Was Pandafahrer wie mich verwirrt

1. November 2001 | Von | Kategorie: Kolumne

Von Spaschnacker
Wenn ich gemächlich mit meinem oft unterschätzten italienischen Sportwagen über die Landstraßen düse, erlebe ich es immer wieder.

Irgendwann mache ich während der Fahrt in den Augenwinkeln einen Schatten aus, den ich wenig später als Vogel identifiziere. Oft sind es Spatzen, dann Meisen oder Stare, seltener dicke Tauben.

Sie fliegen nicht etwa einfach vorbei – wie aus dem Nichts kommen sie herangezischt, um wenige Meter vor meinem Auto, immerhin einem Fiat Panda, vorbeizuziehen und …

… wieder im Himmel oder nächsten Gebüsch zu verschwinden.

Je häufiger und riskanter diese Manöver wurden, um so mehr kam ich ins Grübeln. War es nur reiner Zufall? Oder verfolgen diese Viecher irgendeine seltsame Absicht? Eine meiner wohl wahrscheinlichsten Theorien: Bei diesen Vögeln handelt es sich ausnahmslos um Jungtiere, die nichts besseres zu tun haben, als leichtsinnige Mutproben zu machen.

Nachdem es für sie langweilig wurde, ihren Kot auf die Dächer von fahrenden Autos zu laden, entschlossen sie sich nämlich zu etwas Spannenderem: Welcher Vogel hat genügend Mumm im Gefieder, etwa zwei Meter vor einem Auto vorbeizufliegen, das mit 70 Sachen über die Straße brettert?

Obschon einige herbe Verluste an Federn und ab und an auch Jungtieren zu verzeichnen sind, scheint es den Wesen einen Höllenspaß zu machen.

Mittlerweile kann ich mir auch vorstellen, was die Vögel dann im Busch oder bei den Freunden im Himmel machen: Sie klopfen sich auf die nicht vorhandenen Schultern, wenn sie einmal wieder einen Mercedes Kombi gemeistert haben. Oder lachen über Anfänger, die sich gleich an Lkws versuchen und dann vom Fahrtwind unter die Zugmaschine gezogen werden.

Währenddessen scharen sich die Vogelweibchen (die jüngeren wohlgemeint), um Veteranen wie Frido, den Star, der sich beim Versuch, die aktuelle Porscheversion zu schaffen, den linken Flügel abriß. Nun aber die dicksten Würmer bekommt, ohne etwas tun zu müssen.

Tja, und was ist dann so toll, vor meinem Fiat vorbeizufliegen, habe ich mich gefragt? Ich kann es mir schon denken.

Das sind die noch jüngeren Vögel, die es ihren halbstarken Brüdern nachmachen wollen. Und um auch bei Zusammenstößen nicht gleich „von der Stange zu kippen“, entschieden sie sich für den Weg des geringsten Widerstandes: meinen Panda. Der dann in Geschichten, prahlerisch zu einem „großen, schwarzen Geländewagen“ mutiert, der mit bestimmt 150 Kilometern pro Stunde die Autobahn befuhr.

Das einzige, was mir da noch übrig bleibt, ist diesen Idioten einen Vo…, äh, mahnenden Finger zu zeigen…

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