13.04.2002: 1.FC Köln – FC St.Pauli 2:1 oder ein verfrühter Saisonrückblick

14. April 2002 | Von | Kategorie: Berichte

Wer solche Spiele verliert, der steigt ab, nein, der ist geistig bereits abgestiegen. Auch wenn einige meinen, rechnerisch sei ja noch gar nichts enschieden, diese Entscheidung ist sätestens nach dem Spiel bei den Löwen klar gewesen und wurde jetzt nach dem Kölnspiel auch fr die kühnsten Optimisten wohl klargemacht.

Es war bezeichnend, wie das Spiel verloren wurde- massenhaft Großchancen, und dennoch keine Tore, bzw. doch- eines, und netterweise von jemanden, der uns auch in der zweiten Liga treubleiben wird, und zwar noch lange Zeit, von einem, in dem noch sehr viel Potential steckt.

Es war bezeichnend, wie die Stimmung nach diesem Spiel im Roschinsky, wo ich es verfolgte, war. Die meisten starrten nur noch stuumm vor sich hin, ieder andere senkten den Kopf und schämten sich ihrer Tränen nicht mehr. Wieder andere verliessen fluchtartig das Lokal. Gesprochen hat keiner. Es wurde nicht über das Spiel geredet, was einem auf einen Schlag, in der 93. Minute, alle übergebliebenden Illusionen raubte, mit denen man sich als Fan auf den Beinen hält, die nowendig sind, das Übel zu ertragen.
Es ist traurig, es ist so unverdient- oder nein, dass ist es eigentlich nicht.

Eientlich ist es noch zu früh, einen Saisonrückblick zu schreiben. Es wird sich aber in den restlichen 3 Spielen nicht mehr viel entscheidendes tun. Es ist vorbei.
Wir sahen viele klasse Spiele, Spiele, in denen unser Lieblingsverein den angeblich übermächtigen Gegner ebenbürdig, teilweise sogar überlegen war. Hertha, Schalke, Dortmund, Bayern, Leverkusen- das sollen die übermächtigen Gegner gewesen sein, wo wir uns hohe Klatschen abuholen aufmachten? Nichts wars. Wir hielten mit- um dann doch unentschieden zu spielen oder zu verlieren.

Wir steigen nicht ab, weil wir schlechter waren. Wir steigen ab, weil wir zu dumm, zu wenig abgefuchst waren. Es hätte gerne mehr hohe Klatschen gegen die vermeintlich besseren Teams geben dürfen. Stattdessen gab es zu viele Unentschieden und viel zu viele knappe Niederlagen mit nur einem Tor Unterschied. Zu oft las und hörte ich nach einem solchen Spiel, wir seien dem Gegner ebenbürtig gewesen und hätten unglücklich verloren. Zu oft wurden diese Spiele, die man auch locker häte gewinnen können, verloren oder es wurde verfrüht auf Unentschieden gespielt.

Wenn ich vor dem Entscheidungsspiel (wie viele hatten wir davon?) in Köln einen sogenannten Führungsspieler wie Stani labern höre, der sich unumwunden dazu bekennt, dass ja eventuell auch ein Unentschieden reichen könnte, dann frage ich mich, warum der Trainer so einen Spieler dann überhaupt noch aufstellt- wenn nichtmal ein unbedingter Siegeswille vorhanden ist. Wir sind das Team mit den wenigsten Siegen und den meisten Unentschieden. Und diese Unentschieden haben uns den Klassenerhalt gekoset, der diese Saison so leicht wie nie war. In der zweiten Liga wären wir mit so einer Leistung spätestens zur Winterpause gnadenlos abgestiegen gewesen. In der ersten Liga wurde sich bis zum Spiel gegen die Löwen an den verhängnisvollen Satz „Die anderen sind auch nicht besser wie wir“ geklammert. Dieser Satz ist deshalb faal, weil er eine Leistungsexplosion verhindert, es verhindert, dass die letztenn Reserven herausgekitzel werden, das man alles aus sich herausholt- denn das ist nicht notwendig, wenn die anderen auch nicht besser wie man selbst ist.
Das ist für mich der Grund, warum St.Pauli so viele Spiele gegen die vermeintlich schwächeren Teams verloren hat- gegen Bayern, Leverkusen, Dortmund und Hertha wusste man von Anfang an, dass diese Teams vermutlich wesentlich stärker wie man selbst sind, da war klar, dass man mit einer Einstellung, die was von „die anderen sind genauso schwach“ wie man selbst, nichts reisst und hat entsprechend alles gegeben- und dann auch gelegentlich gegen die gepunktet. Gegen Teams, die auf einem änlichen Level wie wir stehen, wurde dagegen ausnahmslos vergeigt- weil die auch nicht besser wie wir sind. Das bringt einem dann nahezu zwangsläufig den Abstieg.

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