28.05.1999: St.Pauli – Fortuna Düsseldorf 5:0

21. März 2002 | Von | Kategorie: Berichte

St.Pauli überrollt Fortuna Düsseldorf mit 5:0
St.Pauli`s comin` home
Unglaublich. Wahnsinn. Irre. Geil. Fantastisch. Ur-St.Paulianisch.
„Uli Maslo… hast Du das geseh´n?“ [hören]

All das sind Vokabeln, mit denen man versuchen kann, das (insbesondere) in der2.Spielhälfte gesehene zu beschreiben.
Aber auch diese Superlative können nicht so recht wiedergeben, was (mit mir)während des Spieles passiert ist (schwärm, fun).‘,’St.Pauli begann in der 1.Hälfte verhalten bis müde, vielleicht lag`sam schwülen Wetter, vielleicht auch am recht trägen Gegner.
Jedenfalls bedurfte es zwei Warnschüsse aufs St.Paulitor, um das Team(und die anfangs mehr als trägen 13476 Zuschauer) aufzuwecken.
In der 13.Minute jedenfalls trafen die Düsseldorfer zunächst denPfosten, um direkt im Anschluss daran die Latte zu treffen. Uff. St.Pauli-Manchester United….

Aber dann legte St.Pauli los…
Zunächst köpft Hanke (erster Saisontreffer) in der 24.Minute nachtoller Vorarbeit von Klasnic ein, und nur wenig später scheiternzwar Wolf, Marin und Karaca noch- aber in der 39.Minute spitzelt Meggle(endlich sein Tor!) den Ball geil an Fortunen- Keeper zum 2:0 ins Netz.
Eine 2:0-Führung… zur Halbzeit… Nicht zu glauben… :p

Und weiter geht`s in der 2.Hälfte… derFortunen- Keeper macht an Marineinen Kahn [eg] und sieht für diese Notbremse in der 53.Minute dieRote Karte. Den fälligen Elfmeter spitzelt das Geburtstagskind (Häbbiehbörsdei tu ju…- 34- Jahre und noch immer gut) Andre Truuuuuulsen sicherins Tor- 3:0.
Keine 2 Minuten später darf der ja erst kurz vorm Elfmeter neu reingekommeneTorhüter erneut den Ball aus den Maschen pulen-Klasnic traf nach Meggle- Vorarbeit zu einem lange nicht mehr da gewesenen 4:0.
Bleibt nur eine Frage: Wieso unterschreibt so ein Guter bei einemAmateurverein in München!? Wieso ist unsere Vereinsführung bloßso unfähig? Wieso holt die Spieler, baut sie auf, und wenn diese langsam reifgeworden sind- wandern sie mit schöner Regelmäßigkeit ab?Am fehlenden Geld kann es echt nicht liegen, ein Spieler wird bei einem Amateurvereinsicher nicht mehr kriegen als bei einem „Profi“verein. Und das Geld da ist,wird schon deutlich, wenn man sieht, was jährlich für dieses Luftschlossnamens Stadion in die Planung reingeflossen ist…

Naja, sei`s wie es sei, it`s comin` home oder so… jedenfalls vollendet dieserzukünftige Löwen-Amateurspieler Meggle in der 64.Minute nach Flanke vonMarin zum 5:0… zweistellig, höre ich es im Ground raunen…
Naja, es bleibt aber dabei (eigentlich ja auch ausreichend, hehe).Das letzte Mal spielte St.Pauli übrigens am letzten Spieltag der Saison1994/95 (18.6.95) zuhause 5:0- gegen den bereits abgestiegenen VereinFC Homburg- gewisse Paarelen tun sich auf- leider nur gewisse.Was folgte, war eine Aufstiegsparty in die 1.Bundesliga.

Ähnliches wurde offenbar auch jetzt gefeiert.Die gesamte Gegengerade und die halbe Nordkurve waren auch noch 45 Minutennach Abpfiff zusammen mit dem Team am feiern. So etwas hat es echt lange nichtmehr gegeben- ich würde diese Art der Freude als eine Art“Wiedergeburt“ meiner selbst oder des Vereins bezeichnen- es war echtherrlich, so richtig schön, hat einen unglaublichen Spaß gemacht, mal sorichtig frei zu feiern. Ohne jede Angst, gleich doch noch den Ausgleich reinzukriegen,um dann keine Minute später noch zu verlieren, hehe.

Schon in der Halbzeitpause deutete sich irgendwie an, dass dieses Spiel irgendwieetwas besonderes werden könnte, hampelten doch nicht irgendwelche lächerlichenHamburger-Sparkassen- Stelzenläufer über den Rasen, wie beim letzten Heimspiel,sondern eine rund 20 Mann (Frau?) starke Combo (genannt Yetis), die sich in Büffelfellereingezwängt hatte- bei rund 25 Grad sicher nicht die angenehmsteKostümierung… jedenfalls heizten diese [eg] gut mit netten Songs ein.Es kommt wahrlich nicht oft vor, dass eine Pausengruppe nicht nur alsLückenfüller für Sesselpubser fungiert, sondern das Stadionregelrecht mitreißt und zum Mitsingen animiert (bei einer Freehand- YMCA-Version),hat jedenfalls gut Laune gemacht.

Naja, jedenfalls war es echt was besonderes, was sich da nach Spielende auf denRängen so tat- nämlich eigentlich garnichts- es verließen bei miram Aufgang keine 10 Personen das Stadion, sondern blieben geschlossen einfach stehen,ergriffen von dem Spiel, die Mannschaft erneut heraus fordernd, es wurde gesungen,getanzt und was weiß ich noch gemacht, und rund 10 Minuten, nachdem die Spielerin der Kabine waren, kam der Trainer wieder aufs Feld.
Offenbar konnte er nicht glauben, was er da in der Kabine hörte, denndraußenwurde noch lautstark gefeiert… von sooo vielen Leuten… wie zitiert ihn die heutigeMopo doch gleich, weil das Team noch eine dreiviertel Stunde nach Spielende Ehrenrundendrehte? „Diese Zuschauer sind ja der Wahnsinn. Da möchte man auch nochmalSpieler sein und auf dem Rasen stehen“
Nur zu! Wenn ein 34-jähriger Abwehrspieler noch Tore schießt, was sprichtdagegen, es noch einmal als offensiv orientierter „Mittelläufer“ 😉 zuprobieren? Reimann ins Mittelfeld! ;o)

Er überzeugte sich also selbst von den noch vorhandenen Massen, kam aufs Feld-und ging schnell wieder in die Katakomben- um wenig später wieder mit denSpielern aufzutauchen.
Und dann ging es echt los… Nein, nicht mit einem stürmenden Trainer,aber einer tanzenden, gefeierten Mannschaft. Es wurde nur noch gepartyt(welch ein Wort..), die Spieler drehten eine um die andere Ehrenrunde(andere bezeichnen sowas als „Auslaufen“, aber sowas ist es ehernicht, wenn die Spieler währenddessen von Tausenden gefeiertwerden…), die Büffelcombo spielte, ein allgemeines Feiern ging ab.

Naja- iiiirgendwann gingen die Spieler dann aber doch wieder in die Kabine, war auchgut so, denn mittlerweile war auch ich irgendwie ein wenig ausgelaugt… aber diese45 Minuten Aftershow-Party war echt geilst :-)))
Hey Spieler, das war ein geiler Start ins Wochenende! Danke!

Achja, der DFB sollte vielleicht mal ein wenig Zeit in das „Abseitstrainingder Schiedsrichterassistenten“ stecken.
[hint] Wenn ein Spieler zum Zeitpunkt des Abspiels 5 Meter hinter dem letztenverteidigendem Spieler steht, losläuft und dann, weil derGegenspieler einer der langsameren seiner Gattung ist, dennoch eher an den Ballkommt, dann ist das kein Abseits… [/hint]

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