Mitteilung von AGiM und Fanclub-Sprecherrat zur Aufsichtsratswahl

18. Oktober 2002 | Von | Kategorie: Offizielles

Hallo zusammen!
Nein, keine Angst, keine Waschmaschine von uns, um noch mehr schmutzige Wäsche zu waschen, nur ein klein bisschen Aufklärung, die nach dem Wirrwarr der letzten Wochen ja vielleicht bei dem einen oder anderen (besonders den weiter weg wohnenden) auch mal nötig ist.

Wie ihr sicher mitbekommen habt, findet am Freitag, dem 25.10.02 die Jahreshauptversammlung unseres FC St. Pauli im CCH statt. Wer von Euch Mitglied ist, sollte sich ohne triftigen Grund dieser Versammlung nicht entziehen, und wer noch nicht Mitglied ist, sollte zumindest noch schnell Mitglied werden, um sich immerhin das Spektakel anschauen zu können, wenn auch ohne Stimmrecht.
„Spektakel“? Ja, leider sind wir in der Geschichte etwas zurückgereist, und haben wieder eine JHV wie zu Weiseners schlechtesten Zeiten zu erwarten, die Hamburger Boulevard-Blätter haben in den letzten Wochen und Monaten ja doch einiges dazu beigetragen.

Da so was ja selten konstruktiv ist, gehen wir auf die Details besser gar nicht erst ein, sondern kommen gleich zum Wichtigen. Viele Fans des FC St.Pauli stehen wohl kaum auf diese ganze Vereinsmeierei, öde Mitgliederversammlungen mit langweiligen Redebeiträgen und gehen lieber nur zu den Spielen, um die Mannschaft anzufeuern. Doch sollte man stets bedenken, dass die Grundlage für den sportlichen Erfolg oder Misserfolg auf den Mitgliederversammlungen gelegt werden. Die Mitglieder entscheiden darüber, wer diesen Verein führt und (wohl mindestens genauso wichtig) wer diese Führung kontrolliert.

Neben den Abwahlanträgen gegen das Präsidium, steht am nächsten Freitag bekanntlich auch die Aufsichtsratswahl an. Der AR steht quasi „über“ dem Präsidium, er kontrolliert und berät es und genehmigt seine Entscheidungen. Der siebenköpfige AR wird für vier Jahre gewählt.

Im Vergleich zu den letzten Jahren gibt es auch einen neuen Wahlmodus. Wurde bisher oft erst nach mehreren Wahlgängen entschieden, gibt es diesmal nur einen einzigen, und die sieben Kandidaten mit den meisten Stimmen erhalten einen Sitz im Aufsichtsrat. Wichtig: Jedes Mitglied hat nur vier Stimmen, nicht etwa (wie vielleicht zu erwarten wäre) deren sieben! Also, vier gewinnt, wer mehr ankreuzt, macht seinen Stimmzettel damit ungültig.

Der neue Aufsichtsrat hat in den nächste drei Jahren Entscheidungen abzusegnen oder zu verhindern, die den Verein (Moment, das Floskelschwein tippt mir gerade auf die Schulter) auf Jahre oder gar Jahrzehnte hinaus prägen werden.

Denn immer noch geistert der Running-Gag des Stadionneubaus durch den Verein, immer wieder hört man den bekannten Satz „Wir sind so weit wie noch nie!“ mit dem Zusatz „Und dieses mal wirklich!“, denen wir natürlich nur allzu gerne Glauben schenken würden. Auch wenn von uns niemand mehr bei einem anrollenden Bagger wirklich daran glauben würde, sondern erst, wenn der auch wirklich mit dem Abriss beginnt, so scheint es ja zumindest so zu sein, dass das „entweder jetzt bald, oder wirklich nie mehr…“ doch nicht ganz unwahr ist. Diese Entscheidung, ebenso wie die eventuell damit verbundene Ausgliederung der Lizenzspielerabteilung, ist so wichtig, dass man dafür einen AR wählen sollte, der von einer möglichst hohen Zahl der Mitglieder mitgetragen wird.

Die wenigsten von euch dürften mehr als eine Handvoll der Kandidaten persönlich kennen, was bei dieser wichtigen Entscheidung natürlich nicht von Vorteil ist. Daher legen wir euch ganz besonders den kommenden Montag, 21.10.02 ans Herz, wo sich um 19.00h im VIP-Container hinter der Haupttribüne alle 16 Kandidaten vorstellen.

Da man bei 16 Gesichtern und wahrscheinlich sich ständig wiederholenden Statements (ich prophezeie mal „Ich möchte wieder Ruhe in den Verein bringen!“ als Satz des Abends) Schwierigkeiten haben wird, Unterschiede herauszuarbeiten, wollen wir euch vorab schon mal sechs Leute empfehlen, die wir für geeignet halten, und auf die ihr ja vielleicht besonderes Augenmerk legen könntet. (Ohne die anderen zu ignorieren)

(Alphabetical Order)
Burmester, Michael – wohnhaft in Hamburg, 39 Jahre, Medizinisch-technischer Kaufmann, Mitglied im Verein seit 1991 Michael ist Mitglied der AGiM, und seit einer Nachwahl im letzten Jahr Mitglied des AR. Diese Position hat er aus unserer Sicht so ausgefüllt, wie man es von einem Aufsichtsratsmitglied erwartet, ruhig, sachlich, kompetent, kritisch, ohne Sachen nach außen zu tragen.

Eich, Tay Hamburg, 47, Rechtsanwalt, 1999 Tay war bei den Hamburger Grünen (bzw. GAL) aktiv, danach auch bei „Mieter helfen Mietern“. Er hat uns im persönlichen Gespräch von der nötigen Kompetenz und dem genauso wichtigen Herzen für den Verein überzeugt, und wusste mit dem Satz „So viel Verein wie möglich, so viel Wirtschaft wie nötig, also anders als momentan.“ zu gefallen. Kröger, Dr. Christoph Hamburg, 35, Dipl. Biologe/Produkt Manager, 1997 Christoph war seit Jahren Mitglied des Fanclub-Sprecherrats, und ist dem einen oder anderen vielleicht als „Stadionsprecher“ bei den Fanclub-Turnieren auch visuell oder zumindest akustisch in Erinnerung. Aus Befangenheit verzichte ich auf Lobeshymnen, sowohl Kompetenz als auch große Verbundenheit mit dem Verein hat er aber sicher in den letzten Jahren nicht nur hier beim Sprecherrat bewiesen.

Münster, Jost Hamburg, 67, Steuerberater, 1988 Es gilt ähnliches wie bei Michael Burmester, auch Jost wurde im letzten Jahr als Nachrücker in den AR gewählt und hat in diesem Jahr gezeigt, dass dies zu Recht geschah. Vorher war Jost auch schon als Kassenprüfer für den Verein tätig, und dürfte daher auch dem einen oder anderen von vergangenen Versammlungen bekannt sein.

Schlankardt, Bernd R. Hamburg, 60, im Vorruhestand, Industriekaufm., graduierter Betriebswirt, 1999 Arbeitet seit längerem sehr aktiv in der AFM mit, und hat ebenfalls im persönlichen Gespräch gezeigt, dass er sehr qualifiziert für einen Posten im AR ist. Kurzes Statement von Bernd: „Ich will intensiv dazu beitragen, dass die Gremien des zur Zeit gespaltenen Vereins so schnell wie möglich wieder kooperativ und vertrauensvoll zusammenarbeiten und auch mittel- und langfristig die Übersicht und Ruhe behalten, um die Aufgaben und Probleme im kaufmännischen und im sportlichen Bereich mit Sachverstand zu meistern. Dafür ist Offenheit und Gradlinigkeit sowie Loyalität bis zu einer bestimmten Grenze die Basis. Über allem steht letztlich das Wohl und die Zukunft unseres Vereins, der nur mit einer ausgeprägten Stabilität erfolgreich geführt werden kann. Davon profitieren dann der Profi- und Amateurbereich, die nichtaktiven Vereinsmitglieder und die einmaligen FC St. Pauli-Fans.“

Uhlig, Guntram Hamburg, 58, Kaufmann, 1976 Dürfte wie Jost Münster noch als kompetenter und kritischer Kassenprüfer des Vereins in Erinnerung sein. Diese wirtschaftliche Kompetenz und auch der Mut, Entscheidungen kritisch zu beleuchten, zu prüfen und zu hinterfragen sind beste Voraussetzungen für den AR.

Der Ordnung halber, in alphabetischer Reihenfolge die restlichen Kandidaten:
Ellger, Dietrich – Hamburg, 64, Oberstudienrat, 1999
Hamann, Rüdiger – Scharbeutz, 61, im Vorruhestand, Mineralölkaufm., 1987
Helbing, Wolfgang – Hamburg, 50, Bankkaufmann, 1996
Kion, Prof. Dr. Hans-Jürgen, Frankfurt, 63, Rechtsanwalt, Notar-Fachanwalt für Steuerrecht, 1976
Knodel, Uwe – Hamburg, 47, (Beruf ist uns leider nicht bekannt), 1995
Köhncke, Jörg Philipp – Hamburg, 34, Rechtsanwalt, 1995
Paulick, Peter – Hamburg, 36, Rechtsanwalt, 1978
Pokropp, Werner – Hamburg, 42, Inhaber eines Versicherungsbüros, 1960
Trocha, Stefan – Hamburg, 33, Geschäftsführender Gesellschafter im Textil-Einzelhandel; Werbetexter/CD (freiberuflich), 2000
Wutz, Josef – Hamburg, 51, Leitender Angestellter einer Firma im Kulturmanagement, 1998

Alle „statistischen“ Daten sind der Pressemitteilung des Vereins entnommen, Übertragungsfehler bitten wir zu entschuldigen.

Also, man sieht sich hoffentlich am Montag um 19.00h im VIP Container, ansonsten aber spätestens am 25.10. im CCH!

AGiM und Fanclub-Sprecherrat

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