VfL Bochum – FC St.Pauli 2:0

21. März 2002 | Von | Kategorie: Berichte

St.Pauli verliert nach tollem Spiel in Bochum mit 0:2.

Vorspiel

Ja, St.Pauli hat ein wirklich super Spiel abgeliefert, auch wenn sie dann kurz vor Ende doch noch zwei Gegentore bekommen haben- es war ein denkwürdiger Tag (oder waren es doch zwei?).
‚,’Alles fing eigentlich schon damit an, dass man in den Zug nach Bochum einstieg und sich einen freien Platz suchte. Nach einiger Zeit fündig geworden, kam man mit den Leuten ins Gespräch, quatschte über dies und jenes, naja, wie es halt so ist…
Plötzlich hörte dann vom Gang vor dem Abteil, wie sich zwei Typen über etwas, was ich einen Tag vor der Abfahrt in die Netpirates- Mailingliste gepostet hatte, unterhielten… hm, hups?!

Hm, dann mal genauer nachgeforscht, mit wem ich denn da grade in einem Abteil saß… naja, es waren die Leute von Intergalactic St.Pauli. Gut, so trifft man sich also auch mal im RL, auch mal nett. 🙂
Es stellte sich dann im Laufe der Fahrt heraus, dass ich es offenbar mit einem Anstoß 3- Abteil zu tun hatte (ich will Eure Ligadaten!), also noch was, was die Fahrt recht kurzweilig werden ließ. Irgendwann kam dann, hm, wer war das eigentlich noch, naja, es kam halt wer vom Fanladen rein und überreichte jedem erst einmal einen „Kneipenführer Bochum“, naja, dann wusste man ja wenigstens, was man von 20:45 Uhr bis 01:26 Uhr in Bochum anstellen konnte…

Höhepunkt

St.Pauli bot den 11.000 Zuschauern sicherlich eine gute Unterhaltung. Zunächst spielt allerdings nur Bochum. In der 10.Minute lenkt Wehlmann einen Freistoß von Peschel knapp über die Latte, und bereits eine Minute später rettet Wehlmann erneut mit einem Blitzreflex, als Maric aus vier Metern aufs Tor köpft. In der 24. Minute ist es erneut Peschel, der alleine auf Wehlann zuläuft, aber Wehlmann bleibt der eindeutige Sieger.
Dann aber legt St.Pauli mit unheimlicher Power los, was nicht zuletzt an Trejgris liegt, der in der 13.Minute für den verletzten Rahn ins Spiel kam. Dieser bedient in der 25. und in der 33.Spielminute mustergültig Klasnic, aber der VfL-Keeper van Duijnhoven hält beide Schüsse auf sein Tor. Dann kommt Tsoumou-Madza ins Spiel- Bochums Torwart kann einen Kracher von Klasnic aus acht Metern nicht festhalten, den Nachschuss setzt aber eben jener Tsoumou-Madza aus fünf Metern am leeren Tor vorbei…

Nach der ersten Halbzeit bleibt St.Pauli weiter am Drücker. Lotter stürmt in der 59.Minute über den halben Platz, und senst den Ball wunderbar Richtung Tor. Leider fliegt der Ball wenige Zentimeter am Kasten vorbei. Der VfL wird teilweise am eigenen 16er festgenagelt, der VfL kommt nicht mehr aus der eigenen Hälfte hinaus und wird prächtig ausgepfiffen. Der Support war überhaupt während des gesamten Spieles echt hervorragend, was wohl am psychologisch wertvollem Stadiondach liegt (wenn man sich selbst nicht so laut singen hört, singt man automatisch lauter- und das Dach sorgt eben dafür, dass man sich selbst kaum hört- weil es einfach geil laut wirkt, was fünfhundert Leute da fabrizieren…).

Naja, etwa zur 60. Minute befreit sich Bochum wieder ein wenig aus der Umklammerung von St.Pauli, und ist in der 75.Minute dann auch erfolgreich. Sundermann schießt aus 16 Metern wuchtig aufs Tor, Wehlmann kann nur abklatschen, der Nachschuss von Peschel ist dann doch drin. St.Pauli gibt sich aber noch immer nicht auf, Trejgis (79.) und Lotter (80.) vergeben noch dicke Chancen, aber in der 88.Minute ist es Lust, der auf 2:0 für Bochum erhöht. Genauso gut hätte das Ergebnis allerdings auch andersherum aussehen können, das wussten auch einige der St.Paulifans zu würdigen, die noch 30 Minuten nach Spielende im ansonsten leeren Stadion feierten. Naja, irgendwann wurde das Flutlicht ausgeschaltet, und dann verließen auch die letzten St.Paulifans das irgendwie geile Bochumer Ruhrstadion.

Nachspiel

Nun wurde also wieder der schon angesprochene Kneipenführer hervorgekramt. Da man aber natürlich nicht wusste, wo nun die einzelnen Strassen sind, wo sich die empfehlenswerten Örtlichkeiten befinden, sprach man einen Bochumer ein, der auch gleich einwilligte, uns zu netten Örtlichkeiten zu bringen.
So trotteten wir also diesem Typ hinterher. Nunja, die erste Örtlichkeit, wo er uns hinführte, war ein absoluter Yuppieschuppen, der zwar gähnend leer, aber angeblich dennoch „total überfüllt“ war, weswegen wir nicht reinkamen- naja, nicht weiter schlimm, sah eh nicht grade einladend aus 😉
Also weiter marschiert, und zu einer weiteren Dingens in dieser Richtung gebracht worden. Da war es dann zwar tatsächlich voll, entsprach allerdings auch nicht so ganz unseren Vorstellungen, so dass wir uns dann entschlossen, uns auf eigene Faust durch Bochum durchzudrängeln.
Erst einmal besorgten wir uns dann einen Döner mit Unterhaltungsprogramm. Dieses Unterhaltungsprogramm bestand im Beobachten von völlig hektisch aufbrechender Grüner Männchen. Die bekamen offenbar einen dringenden Einsatzbefehl, jedenfalls stürmten ca. 10 von denen aus diesen 5qm großen Dönerladen, ein Döner flog ungelogen dabei durch die Luft, die ersten Wagen führen mit Sirenengeheul los, also eigentlich nichts erwähnenswertes. Leider fehlte da offenbar einer der Mitfahrer, jedenfalls lief ein etwas rundlicher Bulle laut schreiend und wild gestikulierend hinter einem dieser Wagen her, sah einfach zu köstlich aus 🙂

Naja, anschließend fragten wir uns dann zu einem Irish Pub durch, bei dem es allerdings nicht einmal Guinness gab, sondern nur irgendeine andere, mir bisher unbekannte Plörre gab. Naja, war aber ansonsten ganz vernünftig.

Es gab nette Livemusik und das anwesende Publikum war auch nicht übel. Wir trafen dort beispielsweise den Deutschen Meister von 1996. Ja, richtig gelesen, in solchen Kreisen sind wir unterwegs gewesen! Wir haben mit dem deutschem Meister von 1996 ein Bierchen gezischt!
Achja, sagte ich bereits, dass ich nicht vom deutschen Meister beim Fußball, sondern von deutschen Meister im Minigolf rede? Lach, ist doch fast das gleiche, jedenfalls haben wir uns köstlich amüsiert! 😉

Endspiel

So, und gegen 1 Uhr schlenderten wir dann leicht angeheitert zurück zum Bahnhof zurück, wo uns um 1:26 Uhr der Zug wieder nach Hause brachte. Dazu gebe es nichts besonderes zu erzählen, wenn da nicht diese Schweine wären, die, obwohl angeblich erwachsen, noch immer nicht gerallt zu haben scheinen, wie viel Alkohol sie abkönnen. Es ist immer wieder prickelnd, dass man, um aufs Klo zu kommen, erst über Kotze steigen darf, anschließend vor einer vollgekotzten Tür steht, die es zu öffnen gilt, und anschließend ein vollgekotztes Klo betreten darf, wo man dann auch fast das Kotzen kriegt. Das Kotzen vor solchen „Fans“. Aber man weiß ja netterweise, welche Leute sich im hinteren Zugbereich sonst noch aufgehalten haben. Wieso das nun ausgerechnet die waren, die ansonsten bei Heimspielen auch nur Ärger machen, weiß ich nicht, aber so langsam sollte man sich mal Gedanken darüber machen, wie man diese Leute am besten mal von oben bis unten voll kotzen könnte. Vielleicht merken die es ja dann, wenn die sonst schon nichts mehr merken (BTW: Der vordere Zugteil war weder vollgekotzt, noch sonst in irgendeiner Weise mit Bier oder dergleichen besifft, wie kommt´s?)

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