Kann die Polizei heute für die Sicherheit aller Stadionbesucher garantieren?

2. Mai 2003 | Von | Kategorie: Kolumne

Angesichts der Gewaltproblematik bei den letzten Heimspielen frage ich mich gerade, ob die Polizei das heutige Spiel unter Kontrolle haben wird.
Halten wir uns doch mal die folgenden Punkte vor Augen:

Es ist ein Gewaltspiel. Es geht immerhin gegen die verfeindeten Bajuwaren, und Spiele zwischen Nord- und Südvereinen bergen von vornherein immer ein gewisses Brisanzpotential der verfeindeten Fangruppen.

Des weiteren ist es ein Abendspiel, was die polizeilichen Einsatzkräfte in der Vergangenheit nach eigenem Bekunden den Einsatz für Sicherheit und Ordnung im Stadtteil und Stadion immens erschwert hat. Insbesondere, dass es sich dabei zusätzlich um einen Freitagabend (und nicht wie beim letzten Heimspiel lediglich um einen Donnerstagabend) handelt, legt die berechtigte Befürchtung nahe, dass eine nicht unerhebliche Anzahl auswärtiger Randaletouristen aus anderen Bundesländern extra für dieses Spiel anreisen werden – auch und gerade vor dem Hintergrund, dass gestern der 1. Mai war, ein geradezu für Randale prädistiniertes Datum für gewisse Bevölkerungsgruppen.
Alleine aus Berlin, der tradiionellen Hauptstadt der 1.Mai- Randale haben sich mindestens zwei polizeilich bereits einschlägig in Erscheinung getretene Personen für dieses Spiel angemeldet – es steht bei ihnen unter dem Motto „After- TanzindenMai- Party“.

Und erschwerend hinzu kommt dann natürlich noch, dass auch Alkohol ausgeschenkt wird – nicht nur auf der Reeperbahn (als wenn das nicht bereits schlimm genug wäre!), sondern auch vor, während und nach dem Spiels vor allem auch im Stadion auf den Stehplätzen der Gegengerade, Nordkurve und Südkurve!

Nicht vergessen wollen wir dann noch den Umstand, dass die sportliche Situation zur Zeit recht angespannt ist, was auch bei latent gewaltbereiten Fussballfans, wie es sie erfahrungsgemäss bei St.Pauli zahlreich gibt (man denke nur mal an diese ganzen Bambuledemos nach den Spielen!) zu einer absoluten Gewaltexplosion führen kann, sollte auch das nun folgende entscheidende Heimspiel nicht gewonnen werden können.

Es ist zu befürchten, dass sich nach dem Spiel eine gewaltbereite Fanmeute am AFM- Container zusammenrotten wird, die zunächst Richtung Reeperbahn weiter Richtung Hafen ziehen werden (wo, wie wir ja alle wissen, (noch immer) die Hafenstrassenhäuser stehen, was, neben dem Millerntor, ein weiteres Zentrum gewaltbereiter Chaoten darstellt), wo sie dann die ein oder andere Lokalität auseinander zu nehmen gedenken.

Ein zusätzliches Gefährdungspotential geht von den angereisten Burghausenfans aus – diese werden sicherlich die Fahrt bereits für die Alkoholisierung genutzt haben und entsprechend unkalkulierbar alkoholisiert hier auftauchen.

Angesichts all dieser Umstände, die nicht gerade für einen friedlichen Verlauf des Spieles sprechen, frage ich die Hamburger Polizei, ob sie sich, anders wie bei den letzten Heimspielen von St.Pauli, bei denen bereits zahlreiche Massnahmen für das bändigen dieser gewaltgeilen Fussballhooligans im St.Pauliumfeld notwendig erschienen, für meine Sicherheit als Stadion- 😉 und Bewohner dieses idylischen Stadtteils garantieren kann – trotz der Nord- Südproblematik, trotz Abstiegskampf, trotz Vollbierausschank auch auf den Stehplaetzen im Stadion und im Stadtteil, und vor allem trotz meiner Anwesenheit bei diesem Spiel? Ich sehe hier eine nicht nur unerhebliches Gefährdungspotentia, und schlage daher eine Verlegung des Spieles auf kommenden Montag, 11:15 Uhr, in der AOL Arena Hamburg vor. Selbstverständlich einschliesslich eines örtlich auf den Grossraum Norddeutschland beschränkten Verbotes des Konsums von Alkoholika und Bratwürtchen.
Eine Ausnahmegenehmigung für den Verzehr von Labskaus wird bei erwiesener Friedfertigkeit einzelner Arenabesucher nach vorhergehendem, schriftlich in dreifacher Ausführung einzureichenden „Unbedenklichkeitsantrages Labskaus“ nach Prüfung durch den Polizeipräsidenten erteilt. Ausdrücklich von dieser Ausnahmegenehmigung ausgenommen sind Rollmöpse, da diese als Wurfgegenstände gegen unsere bayerischen Mitbürger Verwendung finden könnten.

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