Offene Medienzensur in Hamburg

1. Juli 2003 | Von | Kategorie: Kolumne

Im TV: Blauer Bildhintergrund. Durchscrollender Text: „Der offene Kanal Hamburg hat seinen Sendebetrieb eingestellt.“
Im Radio: “ „. Nichts, nichtmal rauschen.
„Hamburger Mediengesetz verabschiedet! In ihrer Sitzung am 26. Juni 2003 hat die Hamburgische Bürgerschaft das neue Hamburger Mediengesetz verabschiedet. Damit muss der Offene Kanal zum 1. Juli 2003 sein Hörfunk- und TV-Programm einstellen.“
Das dürfte damit auch das Ende von 44Beine – dem Fanmagazin von und mit dem FC St.Pauli sein, was dort in regelmäßigen Abständen über den Äther ging.

Offenkundig war es dem Hamburger Senat ein Dorn im Auge, dass sowohl im Fernsehen als auch im Radio frei berichtet werden konnte, ohne eine Möglichkeit, die dort gemachten Aussagen zu zensieren – wie es seit mindestens einem halben Jahr mit sämtlichen Demonstrationen im Innenstadtbereich erfolgt, welche entweder direkt verboten, oder aber in menschenleere Strassenzüge ausserhalb der Innenstadt verdrängt werden.

Zukünftig – ab 2004 – „darf“ ein „Bürger- und Ausbildungskanal“ in die entstandene Lücke treten, der – natürlich völlig unabhängig von wirtschaftlichen oder politischen Interessen – von der „Hamburg Media School“ (HMS) verantwortet wird.
So geht also eine seit 15 Jahren bestehende Medienkultur in Hamburg flöten.

Auf der Homepage des Offenen Kanal Hamburg findet sich eine umfangreiche Pressehistory zu diesem Thema (jedenfalls, bis auch diese abgeschaltet wird).

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