Zur Entlastung des jetzigen Präsidiums

7. Dezember 2003 | Von | Kategorie: Kolumne

Wie soll man eigentlich einem Präsidenten vertrauen können, der

  • sagt, man würde sich zwar jetzt zunächst mit ungefähr einer Million Euro neu verschulden, aber das sei erforderlich, um nicht gleich weiter nach unten durchgereicht zu werden, und dafür die Gefahr einer Insolvenz – nach den Erfahrungen, die man im letzten Jahr gemacht hat – billigend in Kauf nimmt?

  • dem höchsten Vereinsorgan – eben der Mitgliederversammlung – auch auf mehrfache Nachfrage verschiedener Mitglieder nicht berichten mag (oder kann?), wie er denn gedenkt, die erneut aufgebauten Schulden abzutragen, sondern sich jedesmal erneut darauf zurückzieht, dass er da schon mit Sponsoren was planen würde?

Das reicht mir ehrlich gesagt nicht als Antwort darauf, wie man erneut rund eine Million Euro fehlende Moneten auftreiben möchte – eine Million, das würde etwa eine Verdoppelung des Zuschauerschnitts in der Rückrunde voraussetzen, wobei lediglich die Frage aufkäme, wie denn der dafür notwendige Stadionneubau bzw. die Stadionvergrößerung finanziert werden soll. 😉
Oder ersatzweise auch eine Erhöhung der Sponsoreneinnahmen in nicht ganz unerheblichen Masse (wenn ich das jetzt nicht komplett falsch lese, gabs in der letzten Zweitligasaison beim Bereich Sponsoring Einnahmen in Höhe von 455.827,56 EUR – dann wird es ja sicherlich ein leichtes sein, die fehlende Million durch Sponsorenaktionen oder Sponsoren – Neuakkredierungen in der Regionalliga aufzutreiben, oder wie jetzt?!?).

Wie gesagt, da hätte ich zu gerne eine etwas genauere Antwort (bzw. überhaupt eine – und nicht nur nebulöses Herumphantasieren) vorgestern zu gehört – aber als vierter Fragesteller ohne eine Antwort wollte ich dann doch nicht ins Tonbandarchiv dieser JHV aufgenommen werden…

Es war mir demzufolge ein kleines Rätsel, wie man solchen angekündigten Planungsaussichten auch noch mit der Entlastung zustimmen konnte, aber nun gut, die Mitgliedsschaft schien da ja ein nahezu unerschütterliches Optimismuskapital zu besitzen, dass man auch in der Regionalliga mal so eben eine erneute fehlende Million auftreiben kann… wahrscheinlich liess sie sich da durch die Retterkampagne (die nicht wiederholbar ist, jedenfalls nicht beim FC St.Pauli) blenden – aber wie sagte Corny dazu: Es sei ihm vollauf bewusst, dass man dadurch ein gewisses Risiko eingehen würde, aber das sei erforderlich, wenn man nicht erneut in die nächsttiefere Klasse durchgereicht werden möchte.

Ja, nee… is klar, Corny…. eine mögliche Insolvenz mit Neuanfang in der niedrigsten Spielklasse ist im worst case natürlich viel besser.

Mein Vertrauen in Corny war vor der JHV jedenfalls ein größeres…

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