Anforderungsprofil an Vizepräsidenten vom FC St.Pauli

16. Januar 2004 | Von | Kategorie: Kolumne

Aus einer Forendiskussion:
Orsen schreibt: Wir brauchen

  • einen (Vize) Präsidenten, der den Verein so führt, dass der FC St. Pauli auf Dauer in der 2ten oder 1ten Liga überleben kann.
  • Einen Präsidenten der es versteht, die (finanziellen) Möglichkeiten umzusetzen, die die Fans durch ihre Anwesendheit und ihr Geld seit Jahren bieten.
  • Einen Präsidenten, dem es in erster Linie nicht um seine Person geht, sondern um den Verein!
  • Einen Präsidenten der die Fans versteht.
  • …usw.

Auf einen Gönner zu warten, der mal seinen Lottogewinn in den braun-weißen Topf schmeißt brauchen wir nicht zu warten. Die Kohle würde wieder für irgendwelche Tochtergesellschaften verballert, oder für den nächsten „teuersten“ Spieler?“
Daraufhin schrieb Brown Sugar einen Beitrag, der den Nagel so sehr auf den Kopf traf, dass dieser bis auf die andere Erdhalbkugel durchzischen müsste, und den ich daher hier abdrucken möchte:

„Genau

  • Und wenn der neue dann Pacht von der Clubwirtin fordert, dann hassen wir ihn, weil er die Identität von St Pauli verrät.
  • Verängert er die Öffnungszeiten des Fanshops, um die Einnahmen zu erhöhen, stehen wir solidarisch an der Seite der entrechteten Mitarbeiter.
  • Macht er in absoluten Notlagen Geschäfte mit sozial wenig engagierten Unternehmen, sind wir empört, weil es doch auch nette Kapitalisten geben soll.
  • Fährt er ne Woche in Urlaub, halten wir es wie die Lokalpresse für vollkommen unangemessen.
  • Muß er zwischendurch mal ein bisschen Geld verdienen, enntlarven wir ihn als faulen Hund.
  • Macht er Öfentlichkeitsarbeit, entlarven wir ihn als eitlen Gockel.
  • Macht er keine Öffentlichkeitsarbeit, teilen wir die Empörung der Presse, daß hier doch das Präsidium gefordert sei.
  • Zweimal die Woche, egal ob er zur sportlichen Situation etwas sagt oder nicht, darf er sich vom Trainer als Fussballidiot hinstellen lassen. Verbittet er sich das, buhen wir ihn aus.
  • Verkauft er zu teure Spieler, jammern wir mit dem Trainer um den Klassenerhalt.
  • Kürzt er Gehälter auf Regionalliganiveau, stehen wir fest an der Seite des Betriebsrates.
  • Weisst er Mitarbeiter an, sich um ihren Job und nicht nur um ihre Hobbys zu kümmern, entlarven wir ihn als J.R..
  • Hat er zwei Wochen nach Amtsantritt noch nicht alle Leichen seiner Vorgänger gefunden, kann er sicher sein, daß wir ihn nie entlasten werden.

Und das ganze ehrenamtlich.
Viel Spaß bei der Suche.“


Da bleibt mir nichts hinzuzufügen…

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