TSV 81547 München – FC St. Pauli 2:1

26. September 2007 | Von | Kategorie: Berichte

Hach, aufgrund der ständigen Spiele und sonstigen Verpflichtungen (LOL) erst heute der Bericht vom Auswärtsspiel in der Stadt von Stoiber:
Ouf, ja, München… Ich vertrag die dortige Luft einfach nicht, und krieg immer Schweißausbrüche, obwohl ich eigentlich nur irgendwo sitze, irgendwie bekommt mir diese „Höhenluft“ nicht, und da spielt dann auch die Temperatur keine grosse Rolle mehr… So gesehen war mein „Erlebnis München“ vor dem Spiel von einer gewissen Kraftlosigkeit geprägt, und ich schleppte mich mehr schlecht als recht mit den anderen USPlern zu einer Einladung der Ultras der Roten, bei dem es neben netten Gesprächen auch diverse Schnippseleien zu mampfen gab, aus denen man sich seinen Wunschtortillawrap nach eigenen Geschmackspunkten zusammenstellen konnte. Grosses Kino und superlecker, vielen Dank! :o))

Hach, die kulinarische Versorgung auf Auswärtsfahrten mit USP ist generell immer superlecker, während sich „das gemeine Fanvolk“ ansonsten den Magen mit irgendwelchen schlechten Dönern (die in München mit 3,70 EUR zudem auch noch unverschämt teuer sind, angesichts der wirklich grausamen Qualität, die ich bei meinem letzten Münchenaufenthalt dort noch „geniessen“ durfte) oder irgendwelchen Aufwärmburgern der Ketten vollschlagen darf (ebenfalls zu überhöhten Preisen) gabs bei uns frisch gemachte, warme Weizentortillas für nen Euro an einer netten Location mit Wildbachgeplätschere im Hintergrund gereicht, bei strahlend blauem Himmel und wirklich angenehmen Temperaturen (naja, wenn man sie denn genießen konnte, scheiß niedriger Blutdruck, grummel) ließ sich die Vorspielphase jedenfalls gut aushalten und bereitete einen passenden Rahmen für den Besuch eines Spiels.

Nunja, dort hingen wir dann von Ankunft des Zuges bis etwa 14 Uhr ab und relaxten von der Anfahrt, und anschließend gings dann mit einem kleinen Marsch durch die City zum Stadion.

Ich hatte ja schon gewisse Befürchtungen, was diesen Ort anging, so tierisch steril und geleckt, aber nun gut, auch durch diese schöne neue Arenenwelt mit „Paybackkarte“ muss man als Aufsteiger halt durch, und wenigstens wird nicht gegen irgendwelche U23-Teams der Profivereine gespielt, sondern gegen ihre Erstvertretungen, so dass dann wenigstens die Belegung stimmt und man sich nicht vollkommen deplatziert dort vorkommt, weil ansonsten niemand anwesend ist, und sei es auch nur vom akkustischen Faktor…
Nunja, und angesichts des nahenden Oktoberfestes hatte ich dann auch noch die ein oder andere negative Erwartungshaltung, was die Zusammensetzung des Gästeblockes angeht („erschd den 1. FC Au-i anschaun un de Nachd denne kurz aussenüchdered, und morje denne auffe Wiese wieda vollaufe lasche!“ – ach, sorry an die Sprecher dieses Dialekts, ich weiß, dass nicht nur ihr so seid, aber das passt so herlich zur Vorstellung entsprechender Gestalten…), aber die bewahrheiteten sich dann letztlich doch nicht in der erwarteten Stärke.
Außer dem einen obligatorischen „Ich färb mir die Haare bunt und spiel dann Punk am Zaun“- Menschen, der mich spontan an das auf der Hinfahrt gelesene „Strictly Old Style“ erinnerte, war das versammelte Zuschauervolk dem üblichen Millerntorniveau angepasst, mit dem Unterschied, dass sie auswärts irgendwie nen Tickchen sangesfreudiger daherkommen. Die Unterstützung war also bis auf die letzten 10 Minuten des Spiels als weitestgehend in Ordnung einzuschätzen, und da war es eigentlich auch nur kurzzeitig etwas stiller, weil man einfach zu angespannt war, zu sehr bibberte und aufs Spiel glotzte, als das man noch irgendwas um sich herum wahrzunehmen imstande war. Man war diesbezüglich einfach nur Autist und mit sich und der Welt zufrieden, wenn da nicht dieser grausame Zwischenstand wäre. Ich verliere lieber haushoch, dann weiß man (meistens) wenigstens relativ frühzeitig, an was man ist, aber diese Spannung mit nur einem Tor zurückliegen und dann bei jedem Angriff erneut das bibbern anzufangen, dass dieser Ball doch nun bitte, bitte endlich einfach mal irgendwie ins Tor fliegen möge, dann auch noch Lattentreffer zu sehen und dann im direkten Gegenzug wieder den Konter der Blauen ansehen zu müssen – das ist einfach nichts mehr für in die Jahre gekommene Fußballfanherzen, die „höhenluftbedingt“ ohnehin schon beim erledigen des Grundumsatzes auf Hochtouren ticken.
Noch ein paar Jahre und man muss, kann oder darf mich aus dem Stadion tragen, sowas kann doch einfach nicht gesund sein- weder für meinen Herzmuskel, noch für die Rücken der Träger, hehe.
Nunja, entsprechend geschlaucht wurde dann auch die Rückfahrt angetreten, die meinerseits weitestgehend schlafenderweise bestritten wurde. In Altona noch kurz die PET – Flaschen im Sonderzug zusammengesammelt, um mit den dann demnächst in meine Taschen wandernden 17,25 EUR meine nächste Auswärtsfahrt nach Osnabrück durch die Fanszene finanzieren zu lassen (vielen Dank auch, ihr seid großartig, wenn ihr dann zukünftig bitte vorm Verlassen des Zuges die Flaschen auch noch restentleeren würdet, seids perfekt!) freute ich mich nur noch auf die frischgebackenen Brötchen und nen Becher aufgebrühten Kaffee, der bei der Durchfahrt in Hannover bereits telefonisch bestellt wurden (und mich zuhause angekommen dann bereits erwarteten, hjam). Hach, wenn dann zukünftig vielleicht nicht nur der Einsatz und das Drumherum so klasse wäre, sondern auch noch das Ergebnis…
Ansonsten soll das Reinigungsteam dann in München noch, anstelle den Zug zu reinigen, die Abteile nett durchwühlt haben und den ein oder anderen Gegenstand „entsorgt“ haben, der Fanladen wird da wohl dann auch eine entsprechende Anzeige formulieren, nunja, die Toiletten waren bei uns dennoch auf der Rückfahrt noch absolut benutzbar, war ja auch nicht bei jeder Sonderzugfahrt der Fall – wobei, eigentlich doch, wirklich ätzend waren meist ja doch nur die Sonder – Entlastungszüge, die Sonderzüge zuletzt waren zuletzt eigentlich soweit in Ordnung…
Achja, die Headline – der TSV hatte unseren Verein auf seinen Eintrittskarten als „1. FC St. Pauli“ bezeichnet, nunja, spricht nicht gerade dafür, dass man sich sonderlich mit dem jeweiligen Gegner auseinandersetzt – da ist eine Retourkutsche mittels Postleitzahl der Roten absolut angebracht. 🙂

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