Tschüss, Flutlichtmasten

7. November 2014 | Von | Kategorie: Kolumne

Das morgige Spiel gegen Heidenheim wird zugleich das letzte Heimspiel mit echten Flutlichtmasten sein, denn diese werden nach diesem Spiel abgerissen. ;-(

Zum letzten Mal werden sie ein Spiel des FC St. Pauli „begleiten“, im Zuge des Baus der neuen Nordtribüne werden sie abgerissen. Der Erhalt der Masten, die als Landmarken wichtiger Bezugspunkt für viele St. Paulianerinnen und St. Paulianer waren, ist wirtschaftlich nicht darstellbar.

Wenn ich das schon lese, wird mir richtiggehend schlecht – „wirtschaftlich nicht darstellbar“ – was für eine schäbige Phrase. Quasi Abriss „alternativlos„.
Eine Phrase des Kommerzes. Eine Phrase der Politik, der Arbeitgeber, die mit Mitarbeitern, die entlassen werden genauso kaltblütig umgehen wie dieses Präsidium mit den Flutlichtmasten.
Da wird ein Stadion für viele Millionen gebaut, und das einzige, was das Gebäude von aussen als Stadion erkennbar macht, ist dann zu teuer, selbst wenn es dann nicht mehr strahlen sollte.

Das sind nicht einfach nur irgend welche Strahler, die man sich aufs Stadiondach knallt und die dann das Spielfeld fernsehgerecht ausleuchten. Diese Flutlichtmasten sind DAS, was das Millerntor im Stadtbild zu einem Stadion macht, was sie von einem riesigen Kaufhaus unterscheidet. Zukünftig hat dann das Stadion von aussen betrachtet ungefähr den Charme des Altonaer Ikeawürfels.
Diese komischen Strahler auf ihren Stahlträgern, die nun auf dem Dach stehen, sind kaum ein Ersatz für die Silhouette, die ein Stadion, die das Millerntor optisch von aussen als ein Fussballstadion ausmachen, es als solches weithin kenntlich machen.

Da auch eine in der Fanszene geborene Idee für ein Crowdfunding zum Erhalt der Masten nicht umgesetzt werden konnte, wurde übereinstimmend der Entschluss gefasst, die Flutlichtmasten abzureißen.

Warum konnte diese nicht umgesetzt werden? Mir ist kein entsprechendes Crowdfunding unter die Augen gekommen, besonders intensiv scheint da nicht die Werbetrommel für gerührt worden zu sein.

Am Mittwoch (12.11.) wird mit dem Masten in der Ecke zwischen Gegengerade und Südkurve begonnen. Die im Norden befindlichen Masten werden ebenfalls in der nächsten Woche folgen. So gibt es also am Sonnabend letztmalig Gelegenheit die Flutlichtmasten während eines Spiels zu sehen.

Es geht etwas sehr elementares vom alten Millerntor. Ich möchte sagen, etwas wesentlich entscheidenderes als irgend eine Tribüne. Es geht das Aushängeschild, was dieses Stadion von Aussen als Stadion erkennbar macht.

Es geht letztlich der letzte Rest vom alten Millerntor-Stadion. Tschüss, Millerntor. Hallo Arena auf dem Heiligengeistfeld mit altem Namen. Wenigstens der bleibt zur Zeit noch.

Kommendes Wochenende ist Jahreshauptversammlung, dann werden die Masten bereits weg sein. Musste nun wohl ganz schnell gehen.

Ich bin traurig.

Ein Kommentar
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  1. […] sage und St. Pauli in Liga Drei schreibe, möchte ich mich aber noch mal von unseren Flutlichtmasten verabschieden, die nach dem Heidenheim-Spiel abgerissen werden. Was die alles erlebt haben. Angesichts des Spiels […]

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