Ein Euro – Job

Heute war ich bei einem gemeinnützigen Träger, welcher – grob gesagt – ältere PCs (700 MHz-Klasse) von Unternehmen erhält, um diese für gemeinnützige Zwecke (Schulen, ALGII- Empfänger) umzubauen bzw. wieder herzurichten. Das wäre endlich mal ein §16/3 SGB II – Job (pardon, „Arbeitsgelegenheit“), bei dem ich nicht permament das Gefühl hätte, einen regulären Arbeiter zu verdrängen oder von entsprechenden Unternehmen die Aufträge abzugraben.
Bisher hat mich die ARGE vornehmlich zu Anbietern aus dem handwerklichen – gärtnerischen Bereich geschickt, ein Gebiet, was mir nun so überhaupt nicht liegt ( nun gut, das zählt im Zweifelsfall natürlich herzlich wenig, aber wenn es eine Alternative gibt, die dann auch noch Spass und persönliche Motivationssteigerungen mit sich bringt, nimmt man natürlich eher den…). Andererseits frage ich mich, wieso mir diese Arbeitsgelegenheit nicht durch die ARGE angeboten wurde, obwohl er profilmäßig deutlich besser zu mir passt als Gartenarbeit?!
Nun gut, das mag auch daran liegen, dass die ARGE bisher bei mir kein Profiling durchgeführt hat, und auch keine Eingliederungsvereinbarung zwischen mir und der ARGE besteht. Der Eindruck, dass jeder ALGII- Empfänger die gleichen Arbeitsangebote zugeschickt bekommt (im Lotterieverfahren – jeder Arbeitslose ist jeweils einmal beim jeweiligen Träger, nur die Reihenfolge wechselt), ist schon dadurch einleuchtend, dass ich auch zu Arbeitsgelegenheiten geschickt wurde, wo zwingend ein Führerschein oder entsprechende berufliche Vorkenntnisse im jeweiligen Bereich erforderlich waren – beides ist bei mir nicht vorhanden, weder habe ich bisher als Garten- und Landschaftsbauer gearbeitet (über einmal pro Jahr im Garten meiner Großeltern Rasen mähen bin ich nicht hinausgekommen), noch war ich jemals etwas malermäßiges getan – sieht man mal vom gelegentlichen Doppelhalterausmalen ab. Autofahren war auch bisher nicht der Fall, allenfalls Kart bin ich mal gefahren, aber nun gut, diese Vorkenntnisse reichten dann leider nicht, um diesen Job antreten zu können, dürfen oder müssen (ganz nach Sichtweise) – die entsprechenden Massnahmeträger wollten mich schlicht nicht.

Jedenfalls hatte ich bei den bisherigen „Arbeitsangeboten“ meist das Gefühl, Arbeiten erledigen zu sollen, die bis vor einigen Monaten noch von einem Fachbetrieb ausgeführt worden wären – Garten- und Landschaftsbauer, Maler – und nun schickt man da Ein-Euro- Jobber hin, nun gut…
Wenn ich höre, was mein Bruder bei einem derartigen Unternehmen momentan für Malerarbeiten macht bzw. wo er dafür eingesetzt wird, fragt man sich unwillkürlich, inwiefern das denn zusätzliche Arbeit sein soll. Eingesetzt wird er bspw., um bei Sozialhilfeempfängern die Wände zu streichen – vor einiger Zeit gab es solche Dinge auch schon, also das bei jenen die Wände gestrichen wurden, aber damals wurden vom Amt noch entsprechende Fachfirmen beauftragt, um die entsprechenden Malerarbeiten zu erledigen – nun sind es 1 EUR – Kräfte… und sowas soll dann „zusätzlich und gemeinnützig“ sein, nun gut. Ich hätte moralische Probleme, solche Arbeiten durchzuführen, wo man immer das Gefühl haben muß, einem Fachbetrieb nun den entsprechenden Auftrag dank der billigen Ein Euro – Kräfte weggeschnappt zu haben.

Nunja, wie dem auch sei, der Job, der mir heute vorgestellt wurde, klang jedenfalls wirklich interessant, und ist genaugenommen das, was ich jetzt im Moment sowieso im Freundeskreis ständig betreibe – PC-Basteleien und Support, wenn irgendwelche Probleme mit deren Rechner auftauchen. Und das sowas gemeinnützig ist, und zusätzlich sowieso, da habe ich eigentlich keinen Zweifel dran, jedenfalls deutlich weniger als bei den bisher von der ARGE angebotenen Arbeitsgelegenheiten. Wenn man sich nicht um alles selbst kümmert…

Dann hoffe ich einfach mal darauf, dass ich einer der Glücklichen sein werde, die von dem Verein genommen werden, bei dem ich heute morgen zum Vorstellungsgespräch war. Apropo Vorstellungsgespräch: Schön war es! Endlich mal wieder ein Vorstellungsgespräch für eine SGBII- Arbeitsgelegenheit, das hatte ich auch erst ein weiteres Mal. Ansonsten sah das meist so aus, dass man in einem Raum sass, dann hat irgendeiner was über den jeweiligen Massnahmenträger erzählt, und ganz zuletzt kam dann heraus, dass von den 20 angebotenen Arbeitsgelegenheiten nur noch eine Möglichkeit tatsächlich zu besetzen war – und das war dann üblicherweise Garten- und Landschaftsbauer (aka Laubfeger) oder aber „handwerklicher Helfer“ aka Maler.

Nun gut – drückt mir bitte alle Daumen, denn diese Arbeitsgelegenheit will ich! Endlich eine, wo man für die Dinge, die man ohnehin ständig betreibt auch noch ein bischen Geld bekommt…
Am Montag soll ich mich dort nochmal melden – dann erfahre ich, ob ich einer der Glücklichen sein werde. 🙂 aufgeregt sei

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