Endlich rausgeflogen, danke, Italien!

Meine Güte, tut das gut, endlich ist für die deutsche Auswahlmanschaft die WM quasi vorbei, man kann endlich wieder U-Bahn fahren, ohne zwangsangemalt zu werden, überhaupt, die U-Bahnen sind endlich wieder leer, es kommen einem nicht mehr irgendwelche -schland – Honks entgegen, und wenn jetzt endlich auch diese lächerlichen Autoflaggen verschwinden, könnte das Leben endlich wieder angenehm werden.
07040004_HelicopterEs ist zwar nicht so, dass ich grundsätzlich was gegen Fußballsiege von Deutschland hätte, aber die Begleiterscheinungen, die sowas mit sich bringt, verleiden es einem doch ganz gehörig. Hupkonzerte bis morgens um zwei, völlig überfüllte Bahnen auf dem Nachhauseweg, drei bis fünf Polizeihubschrauber, die sechs Stunden lang über dem Haus herumknattern, dazu alle fünf Minuten eine Polizeisirene (und das, wo die WM doch so friedlich und alle fröhlich am feiern sind…), irgendwelche miesen Moderatoren, die vom Fanfest herüberdröhnen und nur Scheisse von sich geben („Und wo sind denn nun die Italiener? Und jetzt die Deutschen!“ – was machen eigentlich die Leute mit doppelter Staatsbürgerschaft?).

07040021_Deutschlandflagge zerreissenGanz zu schweigen von vollgepissten Hauseingängen, herumlallenden Typen, einfach all das, was wiederlich ist, wird nun vorbei sein, man kann wieder vor die Haustür treten, ohne im Nationalismus baden zu müssen, darf sich ein Brötchen kaufen, welches sich nicht mehr Weltmeister schimpft, muss nicht mehr diesen albernen 54er – Ballermannsong hören, nicht mehr das We are Germans, was zig andere Leute einfach mal so ausgrenzt, ja, man kann es in St. Pauli wieder aushalten. Willkommen in der Gegenwart, oh ihr Flägchen durch die Gegend- fahrer, oh ihr, die ihr auf dem Weg zur Arbeit lustige Autokorsos veranstaltet habt, oh ihr Leute, die froh waren, endlich mal einen auf Patrioten machen zu dürfen, wieder was zu sein und stolz zu sein auf dieses Land, was die Mehrwertsteuer nicht erhöht, und wenn doch, dann nur um 2% (oder sich doch 2+0=3 ausrechnete).
Danke, Italien, dass doch noch ein Dämpfer zur rechten Zeit kam und die Leute vielleicht aus ihrem kollektiven Deutschlandflaggentaumel rauskamen und nun vielleicht mal wieder den Blick auf die Realitäten werfen – wobei ich das nicht glaube…

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