Hamburg, so wie du dich zuletzt zeigst, so hasse ich dich!

Kaputtgesparrte Essohäuser

Kaputtgesparrte Essohäuser


Wenn Hausbesitzer („Herr Schütze“) 20 Jahre lang praktisch nichts in den Erhalt ihrer Immobilien investieren, aber fleißig Miete kassieren…

Wenn Hausbesitzer eine sehr rentable Tankstelle betreiben, die nur so nebenher Benzin verkauft und ihren Hauptumsatz durch den Verkauf von Lebens- und Genussmitteln machen dürfte, die zwar die erste Waschstraße Deutschland beherbergte, die aber leider etwas undicht war und deswegen die Tiefgarage leicht durchfeuchtete, die daraufhin wegen akuter Einsturzgefahr gesperrt werden muss….

Wenn der Tankstellenbetreiber auf www.reeperbahn-garagen.de/parkhaus.html dann über diese Tiefgarage „Von 2005 bis 2006 wurde die Garage renoviert und zu einer der sichersten Garagen Hamburg gemacht.“ schreibt, kann man darüber rätseln, inwiefern er Sicherheit definiert. Um Standfestigkeit ging es hierbei offenkundig nicht, denn es ist hauptsächlich die Tiefgarage das Problem…

Wenn staatliche Einrichtungen ihren Überwachungsauftrag nicht nachkommen, den sie gegenüber Hausbesitzern auszuüben haben, wenn diese 20 Jahre lang nichts in den Erhalt ihrer Immobilie stecken…

Wenn dagegen nicht mal eine Intervention hilft, und diese daher von der Behörde als „offensichtlich unbegründet“ zurückgewiesen wird (wenige Wochen, bevor das Gebäude dann unbewohnbar wurde)…

Wenn besagter Tankstellenbesitzer das Gebäude dann, wenn sich aus der Immobilie nichts mehr herausholen lässt an einen in Bayern sitzenden Investor verkauft, dessen einziges, erklärtes Ziel von Anfang an nur der Abriss und lukrativere Neubau von Eigentumswohnungen ist….

…Ja, dann wackeln erst die Balkone und dann wenige Monate später das komplette Haus. Und über 100 Mietparteien sind von einer auf die andere Nacht plötzlich evakuierte Wohnungslose….

…Ja, dann redet der Bürgermeister der Stadt davon, dass es in dieser Stadt eigentlich gar keine Probleme gäbe…

…Ja, dann schließt der Hausbesitzer am Tag nach der Zwangsräumung aller Bewohner natürlich eine wie auch immer geartete finanzielle Entschädigung der Mieter aus… und erntet dafür vom Leiter des Bezirksamtes, der sich nun um deren Unterbringung kümmern darf, natürlich auch keinen Widerspruch…

…Ja, dann kann der jetzige Hausbesitzer auf www.wohnen-am-spielbudenplatz.de unter sein Firmenlogo natürlich unbenommen „Werte, die bleiben“ schreiben. Er muss damit ja nicht die ihm anvertrauten Gebäude meinen, möglicherweise sind auch bloß die eigenen finanziellen Mittel gemeint…

…Ja, dann wird der Gebäudekomplex endlich abgerissen und durch einen lukrativen Neubau ersetzt. Der dann natürlich auch Eigentumswohnungen beinhalten muss. Weil es davon auf Hamburg St. Pauli bisher noch keine gibt…

…Ja, dann muss man natürlich den gültigen Bebauungsplan umgehend ändern, damit das überhaupt ermöglicht wird… da muss man den fürsorglichen Immobilienbesitzer schließlich etwas entgegenkommen, weil der gerade einen Totalverlust erlitten hat…

…Ja, dann kotze ich über dich, du sogenannte Sozialdemokratische Partei…

…ja, dann trete ich auf dich ein, Du Tor zur Welt, Hamburg, wie du dich selbst bezeichnest, aber dann über Monate keine Lösung für 120 Bürgerkriegsflüchtlinge anzubieten in der Lage bist, obwohl es da gesetzliche Möglichkeiten für geben würde. Ja, das muss man wollen. Oder sollte es wenigstens versuchen.

Hamburg, so wie du dich zuletzt zeigst, so hasse ich dich!

Aber ich kann auch lieben. Immer dann, wenn sich Hamburg in den letzten Tagen so zeigte:
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Es gibt in dieser Stadt nämlich noch Menschen, die Sozialdemokratisch unterwegs sind. Leider aber halt meist nicht „Nomen est omen“ – denn bei der SPD ist der Name leider eben nicht mehr Programm…

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