Stellenangebote vom Arbeitsamt als Verarsche

Ich schüttel mit dem Kopf. Das man als Arbeitssuchender mitunter Stellenangebote von der Arge zugeschickt bekommt (jedenfalls in der letzten Zeit bei mir ist das der Fall), daran habe ich mich gewöhnt. Auch habe ich mich daran gewöhnt, dass ein Großteil dieser Arbeitsstellen effektiv überhaupt nicht existiert, akut also kein Arbeitsplatz zu besetzen ist. Sie dienen für das rekrutieren von Leuten „für bessere Zeiten“, sie dienen als Imagewerbung („Schaut her, uns geht´s so gut, wir suchen sogar schon neue Leute, so viel haben wir zu tun“)- und manchmal habe ich das Gefühl, sie dienen für die Pausenunterhaltung in den Personalabteilungen.
Viel anders kann ich mir einige Stellenangebote nicht mehr erklären. Der „Witz“ an der Sache ist, dass ich mich auf Stellenangebote bewerben muss, will ich nicht riskieren, auch noch bis nach unterhalb des Existenzminimums sanktioniert zu werden. Egal, wie schwachsinnig das Stellenangebot ist. Wie gesagt, in einigen „Firmen“ spielt man scheinbar gerne mit der Existenz von Arbeitssuchenden, das scheint denen Spaß zu machen. Ein derartiges Stellenangebot, welches schon eine Weile zurück liegt (und deswegen nicht mehr online verfügbar ist), möchte ich euch jetzt präsentieren:
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Erster Tag beim 1-EUR – Job

Habe heute 4 Rechner aufgeschraubt, gereinigt, zugeschraubt und testweise eingeschaltet. Arbeitsaufwand: Insgesamt 1 Stunde.
Die restlichen 6 Stunden habe ich einen Windowsdesktop ohne irgendwelche Software angeschaut, denn mehr gab es nicht zu tun. Anwesenheitspflicht beim 1-EUR- Job sind halt sieben Stunden…
Internet? Braucht man nicht, wozu auch, könnte man sich ja ein wenig die gähnende Langeweile beim rumsitzen vertreiben…

Ja, so motiviert man Arbeitslose für den Wiedereintritt in den ersten Arbeitsmarkt… OK, nur noch 10 Monate.
Morgen nehm ich mir ne Debian-DVD mit – da sind dann wenigstens ein paar mehr Spiele drauf, ich kann pinball.exe, minecell.exe und Konsorten nicht mehr sehen… – und bearbeite bei der Gelegenheit mit Gimp gleich mal nen paar Fotos, um die Zeit totzuschlagen. Vermutlich schaue ich mir auch mal das Framework Typo3 an, code ein wenig an der ein oder anderen Webseite herum – kurzum, mache genau dasselbe, was ich auch zuhause machen könnte – dort allerdings mit einem leckeren Kaffee auf dem Schreibtisch (denn das ist hier nicht erlaubt…).
*gähn*

Das „liberale“ Bürgergeld der FDP

Die FDP will mit ihrem sogenannten „liberalen Bürgergeld“ keinesfalls Hartz IV abschaffen, wie aktuell in den Mainstream-Medien gehirnwäscheartig dafür geworben wird. Sie will nur die Unterkunftskosten des SGB II auf einem nicht bedarfsdeckenden Niveau pauschalieren, indem sie den Regelsatz und die Unterkunftskosten zu einem Pauschalbetrag von 662€ für Alleinstehende zusammenfasst. Den aktuellen ALG II Regelsatz von 359€ zugrunde gelegt, verbleiben vom „liberalen Bürgergeld“ gerade mal 303€ für die gesamten Unterkunftskosten. Mehr bei gegen-hartz.de
Nun zeige man mir mal in Hamburg eine Wohnung, welche eine Warmmiete von 303 EUR bietet…

Petition zur Aussetzung des ALG2 – Sanktionsparagraphen 31 SGB II

Im Jahr 2008 wurden 789.000 Leistungskürzungen bei Empfängern des Arbeitslosengeldes II vorgenommen. (…) In vielen Fällen stellten sich die Entscheidungen als rechtswidrig heraus. 41 Prozent der Widersprüche und 65 Prozent der Klagen gegen die Sanktionen waren ganz oder zumindest teilweise erfolgreich. Allerdings haben Widersprüche und Klagen keine aufschiebende Wirkung.

Die Mitzeichnungsfrist für diese Petition zum § 31 SGB II endet am 28. Oktober 2009. Unterzeichnen Sie auf: epetitionen.bundestag.de
gegen-hartz.de

Hartz4: Entweder Prostitution oder Sanktion

Verona Strom* lebt in Berlin und ist Mutter von einem neunjährigen Sohn. Sie sollte eine „Eingliederungsvereinbarung“ der Arge unterschreiben, in der u.a. benannt wurde, dass sie dem „Nebengewerbe der Prostitution“ nachgehen sollte. Weiterlesen.
Zwischen den Monaten Oktober 2007 und August 2008 suchte die Initiative Berliner Kampagne gegen Hartz IV vor sechs Argen mittels Fragebogen nach Hartz IV-Empfängern, die bereits sanktioniert wurden oder denen eine Kürzung des ALG II´s drohte. Die Broschüre kann als PDF-Datei heruntergeladen werden.
*Name geändert

Hamburger Sozialfahrkarte

In Hamburg wird ab Januar für Besitzer der Sozialkarte der monatliche Zuschuss auf eine Fahrkarte des Hamburger Verkehrsverbundes von fünf auf 18 EUR erhöht. Somit verringert sich der Preis für eine 3-Zonen- CC-Karte von zur Zeit 27,50 EUR auf dann 15,50 EUR (da zugleich die Preise erhöht werden). Beworben wird das Ganze beim HVV natürlich mal wieder nicht, wahrscheinlich in der Hoffnung, dass auch weiterhin die CC-Karte zu 33,50 EUR verkauft wird (was preislich vielleicht einen Monat lang finanzierbar ist, aber nicht dauerhaft). Lediglich auf der Infoseite zur Monatsfahrkarte AGH mobil, welche jedoch nur für „Teilnehmer an einer Arbeitsgelegenheit im Rahmen einer Maßnahme nach §16.3 SGB II“ verfügbar ist, hat sich ein kleiner Satz ab dem 1.1.09 geändert: Statt, wie bisher, „Im Fahrpreis ist bereits die Ermäßigung von 5,- € für Familienpass bzw. Sozialkarte enthalten.“ steht dort nun für den Zeitraum ab Januar „Im Fahrpreis ist bereits die Ermäßigung von 18,- € für die Hamburger Sozialkarte berücksichtigt.“ – Familien gibt es also nun wohl in dem Kundensegment nicht mehr. Die können aber dann ja, im Gegensatz zu Arbeitslosen, das 3-Ringe- CC-Kartenabo zu 27,50 EUR im Monat abschließen…
Die Sozialkarte gibt es bei der ARGE bzw. dem Sozialamt.

Das Arbeitsamt will wissen, ob ich gerne exotische Speisen verzehre

Im Gegensatz zum Hamburger Arbeitsamt möchte ich von euch nicht wissen, ob ihr euren Speiseplan gerne mit exotischen Gerichten (z. B. aus Indien, Japan und Mexiko) aufpeppt oder aber ob in eurem Leben christliche Wertevorstellungen eine Rolle spielen. Genauso wenig interessiert es mich, ob die Leser dieses Artikels gerne Filme anschauen, in denen viel Gewalt vorkommt oder ob man es schön fände, wenn eine Liebe ein ganzes Leben hält.
Was die ARGE Hamburg sich bei solchen Fragen denkt, möchte ich lieber gar nicht erst wissen. Wahrscheinlich wird dann demnächst vom Staatsschutz die Bespitzelung begonnen, wenn man beim Arbeitsamt die falschen (oder vielmehr die richtigen) Antworten gibt?!

Nunja, ne schöne Woche an die noch arbeitenden Teile der Bevölkerung, und allen anderen: Passt auf, was ihr von euch mitteilt. 😉

Wie unsozial darf die SPD werden?

Nachdem letzte Woche darüber diskutiert wurde, wie sozial die CDU werden dürfe, muß natürlich nun darüber gesprochen werden, wie unsozial die SPD werden darf: Und der SPD-Vorsitzende Kurt Beck prescht da gleich ein ganzes Stück im Bestreben, noch unsozialer zu werden vor, indem er laut tagesschau.de folgendes fordert:

Es ist Zeit für eine Lohnpolitik, die den Arbeitnehmern angemessene Lohnerhöhungen zubilligt. Jetzt müssen wir anständige Lohnanteile haben, weil wir damit auch die Binnenkonjunktur stützen und den Menschen wieder mehr Handlungsfähigkeit und Anerkennung geben

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