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26Okt/09

Verschobene Gefühlswelten

Gefühlswelten
Scheiß Morgen, Heute. Heute - heute ist ein scheiß Morgen. Der Nachbar über mir zog es vor, meine morgendliche Routine empfindlich zu stören, indem er scheinbar ein Loch in die Zimmerwand fräste. Das erzeugte einen Heidenlärm, und fortan rieselte der Putz den Kabelschacht herunter, an meinem Kopf vorbei. Ich schaute an die Decke, wartete nur noch darauf, dass diese herunterkam, alles vibrierte, oben kreiste der Bohrer, in meinem Kopf wirre Gedanken von Erdbebengebieten, bei denen die Decken herabstürzten, änlich, wie sie einst im World-Trade-Center herunterkamen- Baaam, baam, BAM, BAMBAM, BAMBAMBAM.
Angstschweiß. Am liebsten würde ich das Schlafzimmer schnellstmöglich verlassen.
Ich war unfähig, das zu tun. Meinen Blick von der Zimmerdecke zu lösen. Ich wartete auf den Moment, an dem nicht nur den Kabelschacht Steinbröckchen herunterrieselten, sondern an dem mir die Decke auf den Kopf fiel. Dieses Sprichwort erschien mir plötzlich erstaunlich nah. Realitätsnah, und doch ein wenig surreal. Ich begann, Farben zu sehen. Die schleifenden Bohrgeräusche, dieses quitschen, mit dem sich der stumpfe Bohrer durch den harten Beton der Decke bohrte, der Decke, die gleichzeitig auch Fußboden ist, diese Geräusche, die wandelten sich in ein irres Farbenspiel. Der Lärm, er war rot - blutrot. Getränkt von meinem Blut, das seitlich herausquoll, von der heruntergestürzten Decke herausgequetscht.
Ich hasse es, wenn mich meine Umgebung so unsanft aufweckt, wenn die Musik, die ich beim Frühstück einschalte, mich nicht beruhigt, sondern nur noch mehr aufregt. Die Momente, in denen ich Musik sehen und Farben riechen kann.

Asperger-Syndrom kann etwas wunderschönes sein. Er sorgt dafür, dass man in Momenten, die andere als stressig empfinden mögen, in Momenten großer Unruhe, erstaunlich gut in sich einkehren kann, seinen inneren Frieden mit sich selbst finden kann. Er führt andererseits aber auch zu einem aufgewühlten Selbst, wenn Dinge nicht so wie erwartet ablaufen. Wenn der Nachbar einem durch ein Bohren aus dem Schlaf holt.
Aber das können wohl nur andere davon "Betroffene" verstehen.

Lassen wir das... Ich brauche eine Rückzugsmöglichkeit. Etwas, das mich jetzt beruhigt.
Meine morgendlichen Rituale.

18Jun/08

Sicherheitslücke verursacht laschen Kaffee

Was es nicht alles gibt - eine Sicherheitslücke mit Buffer-Overflow bei einer ans Internet angeklemmten Kaffeemaschine bspw (cnet.com). Aber eigentlich ist das ja mal richtig geil, sich vernetzt schonmal von unterwegs aus Kaffee aufzusetzen (ja, vernetztes Haus gibts, kenne ich, trotzdem...):

Die IMPRESSA F90 spricht alle Sinne an und über das Touchscreen-Display tasten Sie sich zu Ihrer bevorzugten Kaffeespezialität.

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(http://www.de.jura.com/home_x/products_home_use/f_line/impressa_f90.htm)

Aber wenn der dann so lasch rüberkommt und man sich auch noch um Sicherheitslöcher kümmern muß- womöglich kommt dann beim nächsten Sicherheitsloch auch noch kalter Kaffee raus? Buäh! ;-)

8Apr/08

Morgendliche Bahnfahrten oder über die Einfallslosigkeit der Eltern bei der Vornamenssuche ihrer männlichen Nachkommen

Momentan ernte ich in der Bahn morgens und nachmittags, auf den Wegen von und zur Weiterbildung regelmäßig ziemlich irritierte Gesichter von mitfahrenden Jugendlichen. ;-)
Wie die Leute, die mich (wirklich) kennen vielleicht wissen, frische ich gerade meinen Kenntnissstand bei einer Bildungsmaßnahme in Sachen Datenbanken und Internetcoding auf. Bevor ich zum eigentlichen Punkt dieses Artikels komme, muß man vielleicht noch erwähnen, dass ich eher zum rundlichen Teil der Bevölkerung gehöre (was mich im übrigen keinesfalls stört, aber dazu kommen wir ebenfalls noch), und mir aus diesem Umstand gerne einen Spaß mache und andere damit hochnehme (andere würden es als "verscheissern" bezeichnen, aber das klingt mir viel zu dramatisch).
Und man muß wissen, dass es mir Spaß macht, die Mitmenschen um mich herum zu beobachten, ihr Verhalten und Auftreten zu analysieren.

5Jan/08

Gelungener Umgang mit einem Autisten

Völlig unabhängig davon, was ich vom Absingen von Nationalhymnen oder deren schlichte Existenz halte, ist das hier ein grandioses Beispiel dafür, wie mit einer geistigen "Beeinträchtigung" in anderen Ländern (in diesem Fall den USA, genauer im Fenway Park, dem Baseballstadion der Boston Red Sox) umgegangen wird, dass sie nicht als solches empfunden wird (und Autismus muß ja nun weißgott nicht zwangsläufig als eine Behinderung empfunden werden- sondern darf gerne auch einfach mal als Wesensart des entsprechenden verstanden wissen).
Klar, erstmal wird von den Leuten (mit?)gelacht, vollkommen normale Reaktion und so auch in Ordnung - dann aber brechen die Leute in Jubel aus (schon das möchte ich für Deutschland in der Form bezweifeln, wenngleich sicherlich noch denkbar), aber dass dann über den Hänger nicht nur (womöglich auch noch peinlich berührt) hinweggesehen, sondern aktiv auf eine wirklich fantastische Weise geholfen wird, den Hänger zu überwinden, ist einfach nur klasse. Habe ich in der Form noch nie erlebt, Gänsehaut! (gefunden bei autismus.twoday.net)

13Nov/07

Gibt es eine Frauschaft?

Oder nennt man die Mitglieder eines Frauenfußballteams einfach Manschaft, weils keine Männer sind und deswegen keine Mannschaft sein kann?
Oder sind sie trotzdem eine Mannschaft, weil sie sich in einem "männlichen" Sport bewegen? Und ist Fußball ein mänlicher (oder ein männlicher?) Sport, und wenn nicht, seit wann nicht mehr? Und wieso muss ich mich immer regelrecht dazu zwingen, Mannschaft anstelle von Manschaft zu schreiben? Das sind die Fragen, die mich gerade bewegen... ;-)