Schlagwort: Buch

Mo., 7. Mai 2001 / Offizielles

Hallo Leute, viele haben es vielleicht schon mitbekommen, trotzdem noch einmal die Nachricht an alle:
Der Sonderzug nach Nürnberg wird DM 120,– (statt DM 110,–) bzw. für AFM-Mitglieder DM 102,– (statt DM 93,50 kosten), da wir beim Aachen-Sonderzug knapp DM 8.000,– minus gemacht haben.

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Mi., 31. Dezember 1969 / Topstory

Per Rundmail erreichte uns heute ein Erlebnisbericht von der Antirassismus-Tournee „Die Leude woll`n, dass was passiert“ aus dem sächsischen Wurzen- dem ersten Ort, der sich als „national befreite Zone“ bezeichnete. Wir dokumentieren die Mail im Original…

Hallo liebe leute, ich schreibe euch heute allen zusammen eine Mail, weil ich euch allen etwas berichten möchte, was ich erlebt habe.
Zum Background: Zur Zeit gibt es eine hip hop tour gegen rechte gewalt, die durch verschiedene Städte Ostdeutschlands geht.
Die Tour steht unter dem Namen `Die Leude woll`n, dass was passiert` (Slogan von Fünf Sterne Deluxe) und ist im Rahmen der Stern- Aktion `Mut gegen rechte Gewalt` ins Leben gerufen worden. Angeleiert haben diese Tour der Stern und das Büro Lärm, für die ich diese Tour als Tourleitung begleite. Wir sind in Städten wie Neustadt an der Orla, Wurzen, Eberswalde, Dessau und Bad Salzungen, weil dieses einige der Brennpunkte sind, in denen die Nazis die Überhand gewonnen haben.

Ich möchte euch nun hier von unserem Aufenthalt in Wurzen am 21. April 2001 erzählen, weil ich das Gefühl habe, dass viel mehr Menschen darüber informiert werden müssen, was in dieser Stadt abgeht.
Wurzen ist die erste Stadt, die sich National befreite Zone genannt hat. Demzufolge gibt es dort auch keine Ausländer. es gibt keine Dönerbude, es gibt kein ital. Restaurant. Das einzige Chinarestaurant, dass es dort gab, wurde solange terrorisiert, bis die Inhaber flohen. Die Anfangsbuchstaben vom Happy House (Name des Restaurants) wurden stehen gelassen und stehe heute für Heil Hitler. Die Nazis haben dort einen ihrer Treffpunkte eingerichtet, in dem sie sogenannte Heimatabende verbringen.

Als wir in Wurzen ankamen, war sofort klar, dass wir dort alles andere als willkommen sind. Wir wussten zwar, dass Wurzen mit der härteste Termin auf unserem Plan war, doch was uns dort erwarten sollte, übertraf jede Vorstellung.

Zunächst muß gesagt werden, dass die Veranstaltung Open Air war, da die Stadt keinen Raum zur Verfügung stellen wollte. Vor Ort organisierte das Konzert eine Gruppe von Antifaleuten, die (man kann es gar nicht glauben) in Wurzen und Umgebung wohnen. Diese Menschen sind alle um die 20 Jahre und wollen nicht aus Wurzen wegziehen, da sie sagen, dass sie den Kampf dann endgültig verloren haben.

Unsere Sprüher, die fester Bestandteil der Tour sind, fingen um 14h an, eine Mauer, die gegenüber des Geländes an einer Straße lag, zu bemalen. Von Anfang an wurden sie von vorbeifahrenden Nazis bedroht (heute Nacht krieg ich dich. Ich töte euch.
etc). Von der vorher abgesprochenen Polizeistreife zu unserem Schutz war nichts zu sehen.

Um ca. 15h hielten zwei Polizeiautos vor der Mauer. Die Polizisten stiegen aus und verlangten von den Sprühern die Sprüherlaubnis. Reine Schikane, wenn ihr mich
fragt, denn logischerweise war die ganze Veranstaltung (also auch das Sprühen) genehmigt und angekündigt.
Von Anfang an trat die Polizei sehr unfreundlich und äußerst
unkooperativ auf. Einer der Sprüher, der chinesischer Abstammung ist, filmte die ganze Aktion mit seinem Camcorder. Plötzlich nahmen die Polizisten ihn und wiesen ihn an, ihnen ins Polizeiauto zu folgen. Es gab überhaupt keine Erklärung bzw. rechtliche Grundlage zu dieser Aktion.

Ich versuchte herauszufinden, was dem Sprüher vorgeworfen wird, aber schon bald war klar, warum gerade er ausgesucht wurde. Ich bekam keine Antworten auf meine Fragen. Daniel (Sprüher) mußte seinen Film löschen und seine Personalien angeben. Dafür gibt es ebenfalls keine rechtliche Grundlage. Reine Schikane!
Als mir einer der Polizisten dann sagte, dass der Sprüher dort festgehalten wird, weil er ja erst einmal seinen Namen buchstabieren müsse („oder können Sie etwa vietnamesisch?“), war die Situation kurz vor dem eskalieren. Deshalb und natürlich auch, weil wir die Presse hinter uns hatten (Stern und Focus waren anwesend), wurde Daniel schließlich wieder frei gelassen. Von da an war klar, dass die Polizei, die uns eigentlich beschützen sollte, nicht wirklich auf unserer Seite steht.

Ein Einsatzwagen stellte sich dann eine
Zeitlang neben die Mauer, und tat so, als würde er aufpassen. Einer der Polizisten in diesem Auto war der Vater des NPD- Vorsitzenden dieser Stadt. Ein weiteres Beispiel für die Parteiorientierung der polizei: ein einzelner Nazi geht an ca. 30 Sprühern vorbei und gröhlt ganz selbstbewusst, dass er heute Nacht alle tötet. Dann geht er um die Ecke und begrüßt die schon erwähnten Polizisten.

Das Konzert verlief reibungslos. Wir bekamen so viel Dankbarkeit entgegen und merkten, wie in Neustadt, dass es so wichtig ist, etwas für die Menschen zu tun, die gegen diese Nazis kämpfen. Ich habe tiefsten Respekt vor diesen Leuten, die dort täglich verprügelt oder aus Bussen geschmissen werden und den Kampf trotzdem nicht aufgeben!!!
Als das Konzert zuende war und der Großteil des Publikums und die bands im Hotel waren, tauchten plötzlich ca. 50 Glatzen auf dem großen Parkplatz vor dem Konzertgelände auf. Von der Polizei war zunächst nichts zu sehen. Unser Sicherheitschef konnte die Nazis mit seinen Leuten einkesseln und eine Straße hochtreiben. Dann tauchte auch die Polizei auf, die sich (mal wieder) äußerst unkooperativ verhielt. Doch nach einem Gespräch des Einsatzleiters mit Anetta Kahane von der Amadeu Antoniostiftung, die während der ganzen Tour dabei ist, gaben die Polizisten ein Versprechen, dass sie auf dem Parkplatz blieben, bis alle
Beteiligten den Ort verlassen hätten.
Immer wieder tauchten Nazis aus der Dunkelheit auf. Im fünfer Konvoi fuhren wir (A. A. Stiftung, Sprüher, Focus- Fotograf und ich) dann mehr oder weniger fluchtartig mit unserem Sicherheitschef in unser Hotel, dessen Besitzer übrigens einen der NPD- Jugendclubs durch Geldspenden unterstützt.
Auf dem Weg bekamen wir dann noch zum Abschied den Hitlergruß.

Ich finde es sehr wichtig, dass ich möglichst vielen Menschen mitteile, was in dieser Stadt abgeht. Wir erfahren viel aus den Medien, nehmen das auf, und denken, dass das schon schlimm ist. Aber dass da ja eh nichts passieren kann. das sind doch nur so ein paar Vollidioten, die so denken. Man kann sich das aber nicht vorstellen, wenn man es nicht erlebt hat oder jetzt hört. Es ist wirklich so schlimm, egal wohin du guckst, es leben dort nur Nazis (bis auf die Handvoll Antifaleute). der Stadtrat, Polizei- egal was- Nazis! und die, die keine Glatze oder Hitlerfrisur tragen, verschließen die Augen. genau wie vor 50 Jahren. Das ist dort ganz schlimm und ich wünsche mir, dass viel mehr Menschen davon etwas mitkriegen, damit das Problem ernst genommen wird. Auch wenn ich in meinem ganzen Leben noch nie solche Angst vor Menschen gehabt habe, bin ich sehr froh, dass ich diese Tour mitmache. Wie gesagt, die Menschen, die dort gegen die Nazis kämpfen, müssen viel mehr unterstützt werden. Ich würde immer wieder bei dieser Aktion mitmachen.
br>Bei dem Konzert waren übrigens ca. 400 Leute, die richtig gefeiert haben. Denen war es im Prinzip auch total egal, wer auf der Bühne steht. Hauptsache, es wird was für sie getan. Ich hoffe, ich konnte euch so einigermaßen eine Vorstellung geben, was in Wurzen (und nicht nur dort) abgeht.
Wenn ihr mehr
über die Tour erfahren wollt, guckt unter www.eyedoo.de, www.buerolaerm.de, www.fourartists.com, www.amadeu-antonio-stiftung.de oder kauft euch den neuen Stern. Da steht ein Bericht über Wurzen drin, den ich vor der Tour reißerisch fand, aber nach der Tour mit ganz anderen Augen sehe.

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Mi., 31. Dezember 1969 / Topstory

St.Pauli: Phänomen, Mythos, Kult, einmalig, anders. Nur warum? Warum ist dieser Verein so einmalig, was macht den Mythos aus?

Sicher spielen da viele Faktoren eine Rolle. Das kleine, reine Fußballstadion mit der
prächtigen Stimmung, das Underdog-Bewusstsein, der sensationelle Aufstieg in
die Bundesliga 1988 mit anschließender dreijähriger Zugehörigkeit in
derselben, die zahlreichen Fans bei Heim- und Auswärtsspielen, die
vermeintlichen Kultfiguren (Ippig, Thomforde, Trulsen etc.), die
unvergleichliche Lage mitten in einem der berühmtesten Stadtteile der Welt.

Doch wenn man ehrlich ist, trifft alles – bis auf die Lage vielleicht – auch auf andere
Vereine zu, wirklich einmalig ist das alles nicht. Wenn, ja wenn sich am
Millerntor nicht eine Fankultur entwickelt hätte, die es in dieser Form
wirklich nicht noch einmal gibt. Und dieser Fankultur verdankt der Verein
letztlich seinen Status und seine Popularität.

Bevor diese Entwicklung ihren Lauf nahm, war der FC St. Pauli ein Verein wie jeder
andere. Mit geringen Zuschauerzahlen, mit Fans, die sich genauso daneben
benahmen wie die der anderen Clubs auch, mit einem Bekanntheitsgrad, der in Fußballdeutschland
gen null tendierte und einer Popularität, die im Vergleich zum Club mit den
drei Buchstaben fast schon irrelevant war, ungefähr auf einer Höhe mit
Barmbek- Uhlenhorst oder Hummelsbüttel. Jeder, der sich Anfang der 80er Jahre für
Fußball interessierte, wird das bestätigen. Ich persönlich beispielsweise,
als rund 11 Jahre alter junger Stellingen- "Fan", kannte den FC St.
Pauli (noch!) gar nicht. Erst als St. Pauli in der zweiten Liga recht
erfolgreich kickte, wurde ich aufmerksam, besuchte die ersten Spiele und fand
die Atmosphäre beeindruckend. Doch wirklich umgehauen hat mich die Erkenntnis,
dass es hier Leute gab, die man sonst nirgends in Fußballstadien findet, Leute,
die sich offen gegen rechts aussprachen und sich für Verein und Viertel
engagierten. Bei mir hat’s "klick" gemacht – und so oder ähnlich
erging es vielen.

Das Publikum am Millerntor hatte sich innerhalb weniger Jahre komplett gewandelt.
Das hatte Folgen: Zum erstenmal waren Zuschauer im Stadion, die ihren Kopf nicht
an der Kasse abgaben, sondern ihren gesunden Menschenverstand einbrachten, um
Veränderungen ins Rollen zu bringen, Veränderungen, ohne die der Verein heute
weder seine Popularität noch seine Strukturen erhalten hätte, sondern nach dem
bitteren Abstieg in die Zweitklassigkeit 1991 vielleicht wieder zum 08/15-Club
ohne Zuschauer und Perspektive geworden wäre.

Und gerade weil es in letzter Zeit ein wenig in Mode gekommen ist, sich betont
"unpolitisch" (im Sinne von: meinungsneutral zu
gesellschaftsrelevanten Themen) zu geben, sollte man sich eines immer vor Augen
halten: Fast alles ging von sogenannten "Linken" aus. Die Initiative
gegen den Sportdome, der erfolgreich verhindert wurde, die Initiative gegen
rassistische Rufe am Millerntor, die Gründung der "Mutter aller Fanzines",
des MILLERNTOR ROAR, die Öffnung des Fanladens (damals ein absolutes Novum in
der BRD, heute immer noch die Fan-Organisationsstelle schlechthin), das Singen
origineller Sprechchöre, das Eintreten für Faninteressen innerhalb des Vereins
als Mitglieder, der Fanzine- Boom Mitte der 90er, der Rauswurf von rechten
Gruppen, das Betreiben und Unterstützen der Fankneipen PFENNIG und JOLLY ROGER
sowie das Veranstalten großartiger Feste. Nicht zuletzt bewirkte der
"Druck von außen" – ob nun passiv durch Nachfrage oder aktiv durch
Mitwirken – im Laufe der Zeit, dass sich der "Offizielle Teil" des FC
dieser Entwicklung nicht mehr verschließen konnte. So wird heute kein Präsident
mehr den Verein nach Gutsherrenart regieren können, ohne zumindest heftig in
die Kritik zu geraten, ganz im Gegensatz zu der Zeit bis vor rund 10 Jahren. So
baut die Marketing ihre gesamte Werbestrategie auf das neue Image auf – sogar
mit Totenkopf im Logo – vor 15 Jahren noch unvorstellbar. Das Merchandise-
Sortiment hat sich stark den Bedürfnissen der Fans angepasst, wobei
viel vom Fanladen abgeguckt wurde, der schon vor über 10 Jahren erkannte, dass
es ein Defizit an guten Fanklamotten gibt und Kleidung fürs alltägliche Tragen
verkaufte. Die Stadionzeitung hat sich zu einem vergleichsweise guten Magazin
entwickelt, seitdem ehemalige taz- Redakteure und journalistisch tätige St.
Pauli-Anhänger dort anfingen, in die Tasten zu hauen. Eine eigene Abteilung
haben die Fans übrigens auch – die Frage, von wem die Grundidee dafür ausging,
brauche ich wohl nicht noch mal extra zu beantworten. Die Fans haben durch ihr
Image und die Arbeit in diversen Institutionen heute einen weitaus größeren
Einfluss auf den Gesamtverein als früher, und das ist gut und notwendig.

Für mich stellt sich die Frage: Sind die peinlichen Sprüche, die in den letzten Monaten
immer häufiger aus den Mündern von St. Pauli-Fans kamen, nicht der erste
Schritt rückwärts? Was kommt als nächstes? Wenn man regelmäßig die
Internet-Foren liest, bekommt man schon einen Eindruck von dem, was sich einige
Leute bislang nur anonym zu sagen trauen. Da wird alles, was auch nur den Hauch
von alternativer (oder "linker") Fankultur ausmacht – z.B. der
Fanladen – als der Untergang des Abendlandes dargestellt, obwohl sich diese
Leute mit Sicherheit auch die "linken" Errungenschaften zu nutze
machen oder sich zumindest im Licht des tollen und beliebten Vereins sonnen,
ohne darüber nachzudenken, wie alles begann und was der FC ohne diese
Geschichte heute wäre, nämlich ein Nichts.

Niemand ist 100% politisch korrekt. Niemand wird all seine guten Ansichten mit allen
Konsequenzen umsetzen können. Auch gibt es gewisse Toleranzbereiche, an deren
Rand man aber eine klare Grenze ziehen sollte. Beispiel? Szenerie Mönchengladbacher
Bahnhof: Die Hooligans in BGS-Uniform haben die St. Paulianer gerade in den
Sonderzug geprügelt. Die Stimmung ist aufs äußerste geladen, selbst relativ
Besonnene sind extrem gereizt. Aus dem Zug heraus werden die Schergen bepöbelt,
was durchaus verständlich ist. Allerdings frage ich mich, ob es besonders
geistreich ist, solche Sprüche wie "Du bist doch schwul!", "Du
Schwuchtel!", "Verpiss dich, Du Fotze!", "Alle Bullen sind
schwul!", "Du siehst schon so schwul aus!" zu bringen, und das in
einer Tour. Abgesehen davon, dass die Sprüche einfach lächerlich sind (also, für
mich ist schwul keine Beleidigung) hätte man die BGS’ler mit anderen Rufen
wesentlich passender treffen können (z.B. anhand ihrer offensichtlichen
Inkompetenz). Fanverhalten de luxe ist was anderes.

Ein großes Fazit oder gar einen Appell spare ich mir. Ihr müsst selbst wissen, wo es
langgehen soll. Jeder ist ein Teil von dem "Gesamtkunstwerk", und
jeder trägt ein Stück Verantwortung. Ihr habt es in der Hand.

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Mi., 31. Dezember 1969 / Topstory

„Zugehört auf ner Auswärtsfahrt: „Zieh den Rock hoch,
Schlampe!“, „Ey, ihr Drogendealer“ (zu zwei Schwarzen), Fußball,
Saufen, Ficken“, „Wir fahren drei mal täglich in den Puff…“
„Schwuler“ „Schwuchtel“, „Votze“…u.s.w….u.s.f.

Das letzte mal bin ich vor 5 Jahren mit dem Zug mitgefahren, davor
regelmäßig fast 6 Jahre, sowas hab ich noch nie so massiv erlebt… Ja,
ja, St. Pauli ist ja so anders…

MACHT ENDLICH DAS MAUL AUF; ODER STÖRTS EUCH NICHT!?“

Mit Verlaub: Ja, so etwas habe ich auch mittlerweile häufiger vernommen.
Und das ganze wird nicht nur auf Auswärtsfahrten „gesungen“
(bzw. gekotzt), sondern auch am Millerntor, und zwar nicht irgendwie
vereinzelt, sondern mittlerweile in schöner Regelmäßigkeit. Und das
ganze findet auch nicht erst seit ein paar Spielen statt, sondern ist
bereits seit einigen Jahren aktuell und wurde dementsprechend auch schon
auf diversen Fanversammlungen angesprochen- bisher ohne Erfolg, vermutlich
weil auf diesen Versammlungen immer nur der „inner circle“ von
St.Pauli anwesend war. Deswegen mein Versuch, das ganze nun ein wenig
stärker publik zu machen- war schon länger geplant, aber der
Gästebucheintrag bot nun das geeignete Startsignal.

Nazi- Zerkau- KöterFrüher
gab es einen Konsens unter den Fans, der dafür sorgte, dass Leute, die
etwas derartiges krakeelten, entweder gleich hochkant aus dem Stadion
flogen, oder aber wenigstens anschließend ihre Fresse nicht mehr
aufmachten (jedenfalls nicht mehr in dieser Form).
Diesen Konsens scheint es heute nicht mehr zu geben. Heute müssen sich
die Leute, die gegen derartige Subjekte aktiv vorgehen und nicht einfach
schweigen mögen, damit leben, von den Umstehenden etwas wie
„Wir sind hier beim Fußball und nicht auf einen
Kindergeburtstag“ oder dergleichen an den Kopf geschmissen zu
bekommen. Es ist also nicht mehr so, dass die Leute, die so eine Scheiße
von sich geben, von Umstehenden zurechtgewiesen werden, sondern
mittlerweile werden die Leute zurechtgewiesen, die derartige Sprüche
nicht unkommentiert im Raum stehen lassen wollen. Und das kann es nicht
sein- nicht am Millerntor, nicht außerhalb des Stadions- nirgends.

Hier gilt es, den vielbeschworenen Selbstreinigungstrieb neu zu
aktivieren. Es kann sein, dass einem dann damit gedroht wird, man würde eins
auf die Fresse kriegen- gut, dann sollen diese Leute drohen. Hier vertraue
ich darauf, dass es leere Sprüche sind, und es bei den Drohungen bleibt.
Sicher- man erreicht nicht bei allen, dass sie derartige Sprüche nicht
mehr bringen- aber ich bin sicher, man erreicht mit dem eigenen
einschreiten in jedem Falle die Leute, die nur deswegen nicht
eingeschritten sind, weil sie es sich nicht selbst getraut haben. Und ich
vertraue darauf (oder ich will- sturkopfmäßig- wenigstens darauf
vertrauen- es ist auch mein St.Pauli!), dass diese bisher schweigenden Leute noch immer
in der Mehrheit sind. Und deswegen werde ich auch weiterhin meine „dicke
Lippe riskieren“- und ich hoffe, dass zukünftig noch weit mehr Leute dazu
bereit sind.
Und zwar so lange, bis sich diese Subjekte wieder verpissen oder zumindest ihre
Sprüche nicht mehr bringen mögen- weil sie es sind, die entsprechende
Gegenstimmen hören müssen.

Was ich mir direkt durch diesen Artikel erhoffe, sind Ideen, wie man
konkret (und massiv) gegen derartige Leute vorgehen kann. Es nützt
nichts, wenn man sich immer hinter seinen „gegen Rechts“-
Aufnäher versteckt, oder sagt, man sei ja St.Paulifan, und daher von Haus
aus nicht Rechts, nicht sexistisch- es stimmt einfach nicht, man muss ja
bloß seine Ohren aufmachen. Diese Sprüche gibt es (in der letzten Zeit
stark zunehmend und weitaus offener als in der letzten Saison)- und das
Thema muss jetzt endlich mal breit diskutiert werden- im Forum
damit anschließend gemeinsam gehandelt werden kann. Und zwar unabhängig
davon, wie lange diese Leute bereits zum FC St.Pauli gehen, ob es die
eigenen Kumpels sind, oder ob diese Leute einen Kopf größer als man
selbst ist. Wenn niemand den Anfang macht, werden auch weiterhin alle
schweigen- und den Anfang machen wir!

Das letzte Mal, als der Selbstreinigungseffekt geklappt hat, war
damals, als die gegnerischen Spieler vor Spielbeginn alle den Nachnamen
„Arschloch“ zu besitzen schienen (was beim Osnabrück-
Auswärtsspiel wieder mal der Fall war).
Das nächste Mal, wo diese
Selbstreinigung klappt, muss dieser Fall sein- ansonsten kannste den
Verein inne Tonne treten- denn dann unterscheidet ihn nichts mehr von
vielen anderen Vereinen. Und ich will- ganz egoistisch- auch weiterhin in
einem besonderen Verein Mitglied und Fan sein. Helft mir dabei!

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Spiele

Tabelle

Rang Teams Gespielt Differenziell Tordifferenz Punkte
1 Bielef. 26 51 - 25 26 52
2 hsv 26 50 - 30 20 45
3 VfB 26 42 - 30 12 45
4 FCH 27 35 - 29 6 44
5 D98 27 35 - 33 2 39
6 Fürth 26 39 - 33 6 38
7 Aue 27 36 - 36 0 36
8 hsv96 26 38 - 39 -1 35
9 Kiel 26 40 - 40 0 35
10 FCSP 27 34 - 36 -2 33
11 Jahn 27 35 - 43 -8 32
12 VfL B. 26 42 - 42 0 32
13 1. FCN 27 35 - 47 -12 30
14 Sandh. 27 31 - 36 -5 30
15 Osnab. 27 35 - 40 -5 30
16 Wehen 27 32 - 43 -11 29
17 KSC 26 33 - 45 -12 25
18 SGD 25 25 - 41 -16 24