Interviews von Litmann und der Chemnitzer Fanbeauftragten

5. April 2006 | Von | Kategorie: Aktionen, Kolumne

Ausschnitt aus einem aktuellem Littmann- Interview in der Jungle World, bei dem sich die Antworten, die Littman gab, irgendwie nicht so recht mit seinem Verhalten in Einklang bringen lassen… Ferner ein paar Kommentare zur Chemnitzer Fanbeauftragtenm, die sich in geradezu unglaublichen Weise zu äussern meinte…

Der FC St. Pauli gilt als »linker Verein«. Entspricht dies der Realität oder vermarktet der Verein dies nur noch als Image?
Die Vereinsführung trägt es nicht als Etikett vor sich her, ein »linker Verein« zu sein. Aber Ebenso wie den Fans ist es der Vereinsführung sehr wichtig, dass der FC St. Pauli in Wort und Tat antirassistisch und antifaschistisch ist. Das sind Worte, die andere Vereine nicht so gerne im Munde führen. Das schlägt sich in der Vereinssatzung und in der Stadionordnung nieder, aber auch im Verhalten der Fans. Das etikettiert der eine oder andere als »links«. Für mich sind diese Dinge eher selbstverständlich. Und ich bin der Meinung, dass der Fußballplatz nicht der Ort ist, an dem politische Auseinandersetzungen stattfinden sollten.

Wie bitte vertragen sich solche Aussagen eines Präsidenten mit dem Umstand, dass dieser Präsident im Wasserwerfer der Polizei platznimmt, während die Fans dann eben diesen Antirassismus in Wort und Tat umsetzen, dem Wasserwerfer, der dann gegen diese Fans eingesetzt wird, und das dann auch noch ausserhalb des Stadions, wie es seitens Littmanns ja scheinbar gewünscht oder erwartet wird?

Nicht nur, dass im Stadion die Fans aufgefordert wurden, „Ruhe zu bewahren“, während im Gästeblock der faschistische Pöbel am Zaun der Haupttribüne rüttelte, nein, nun wird also auch noch den eigenen Fans geraten, sich beim nächsten Auswärtsspiel möglichst unauffällig zu verhalten und vielleicht besser auch gar nicht mehr zu Auswärtsspielen anzureisen.
Dieser Präsident ist untragbar für eine Fanszene, die sich seit 20 Jahren eindeutig politisch äussert und die Einstellung nicht am Stadiontor abzugeben bereit ist, sondern auch rund um die St.Paulispiele es sich nicht nehmen lässt, sich politisch entsprechend zu positionieren.
Es ist untragbar, wenn sich in Interviews des Präsidenten Littmann einerseits immer wieder auf diese politische Einstellung der Fanszene hingewiesen wird, dieses für gut befunden (und auch entsprechend zur Vermarktung benutzt) wird, und dann im eigenen Handeln eine solche Diskrepanz festzustellen ist, wie sie größer bald nicht mehr sein könnte.
Littmann, Sie stehen im Abseits. Wiederholt und Nachwievor.

Und die Chemnitzer Fanbeauftragte scheint auch ein wenig seltsam drauf zu sein, die meinte in einem Spiegelinterview nämlich folgendes:

„Das waren 15 bis 20 Anhänger, die auswärts nur mitfahren, wenn sie sich eine große Bühne für ihre Aktionen versprechen“

Also, ich habe deutlich mehr Leute gesehen, aber nun gut, scheinbar ist da jemand ein bischen blind.
Und weiter (nun bitte hinsetzen, sonst tuts beim in Ohnmachtfallen zu sehr weh):

„Natürlich sei es traurig, dass einige der umstehenden CFC-Fans sich von den Parolen der Rechtsradikalen mitreißen lassen“, so die Fanbetreuerin.

Ahja. Es waren also nur 15-20 Anhänger, und die anderen Anhänger haben sich also nur mitreissen lassen. Das ist natürlich was ganz anderes, ich verstehe…
Weiter im Interview:

Bei Heimspielen habe man aber kein Problem mit Neonazis. „Da kommen höchstens manchmal ein paar Gesänge“, so Schellenberger.

Achso. Höchstens ein paar Gesänge, das ist dann natürlich kein Problem. Demzufolge hat man also mit den 200 Chemnitzern, die am Millerntor waren, auch keine besonderen Probleme, oder wie jetzt? Die haben auch bloss ein paar Gesänge angestimmt und so nen bischen Stoff hochgehalten. Na gut, sie sind auch ein bischen beim Hochsprung gewesen, und kalt war ihnen ja vielleicht auch noch, aber ansonsten war doch eigentlich alles in Ordnung….

„Politik gehört nicht zum Fußball, das können die in ihrer Freizeit machen“, findet die CFC-Anhängerin.

Soso. Ich jedenfalls gehe in meiner Freizeit zum Fussball, nun gut, das mag für eine Fanbetreuerin natürlich anders aussehen, ist aber nicht mein Problem. Und das ich da dann nicht plötzlich meine politische Meinung ändere, zumindest für mich auch logisch. Und wenn es notwendig wird, werde ich sehr politisch, bspw. dann, wenn die unpolitischen Gästefans plötzlich rechtspolitisch wurden…

Dann spielt sie den Ball zurück: „Extrem waren aber auch die 500 St. Paulianer, die uns bei der Abfahrt mit Flaschen und Steinen beworfen haben.“

Ach, iwoh. Den Ball kann ich jetzt aber echt mal zurückspielen, das waren höchstens 10 Leute, die Flaschen und anderes geschmissen haben. Die übrigen haben sich nur mitreissen lassen, das ist natürlich schade, wenn sich Leute so in ihrer Freizeit von ihrer politischen Meinung mitreissen lassen, und dann auch noch ausserhalb des Stadions, das geht ja nun mal gar nicht…

Nun gut, vielleicht wird sie infolge des Oberligaabnstiegs dann ja bald arbeitslos, dann braucht sie nicht mehr so einen Unsinn zu labern. Ihren Job zumindest scheint sie ja verfehlt zu haben, wenn man se an den Aussagen misst….

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