St.Pauli – Alemannia Aachen 2:1

21. März 2002 | Von | Kategorie: Berichte

JAAAAAAAAAA!!! Jaaaaaaaaaaa! Jahhhhaaaahhaajajajjaaa ! Jaaaaaa! JAAAJAJAJJAJAJJAJJAJAJAAAAAAAHHHHJA! Geil, ja , irre, superschlechter Beginn, aber dann einfach ja, jjjaaaaaayjayjayjohaihahajaaah!Jajjjayjjayjayjajyjajyjjjajajjajajajajajjaja!!!! Jjaaaaaaaaahaaaaajaaaah!Aehm. Ja. Ja! Jaaaaha! Das war einfach- Jaaaaaha! Ja! Yippiejaha- einfach so- jahah! Ja, so geil! Ja! Yeah! Yeahja! Yeai! Yyyyyeees! (Genau!) Leute- ich bin berauscht, ohne Rauschmittel, ja! Jaaaaha!JA!Jaaaaha!Könnt Ihr Euch vorstellen, wie ich mich fühle? Man, das ist besser als jede, was weiß ich, ist einfach besser! Ja! Johl! Jubelfreudeeiertanz. Freu. Sing, schrei… Jaahahaaa!‘,‘
Ohmann. Was für ein schöner Klang. Tooooorjubel! Heimtor!Yeah! Schreikrampf krieg (http://www.kiezkicker.de/sound/else.mpg)!Yeah! Herzschlag. Puls auf 160 zu 90. Umkipp. Kopfschmerzen hab. Kein Wort mehr sagenkönnen. Mund aufmachend, aber nichts mehr hören, keine Stimme mehr hab.Millerntor-Rooooar!

(Leute, mein Eis schmilzt, ich wollte es essen, muss jetzt aber einfach schreiben, es anderen erzählen….)

So. Und morgen gebe ich mir dann noch live die hsv- Niederlage… was für ein Wochenend- Beginn. Ich kannnicht mehr, ich bin völlig fertig. Wie lange hat St.Pauli kein Heimtor mehr geschossen? Wir haben gewonnen! GEWONNEN! Zuhause!Ich genieß selbst grade dieser Worte… Heimsieg! Leute, ein Heimsieg ist, wenn man zuhause mehr Tore als der Gegner geschossen hat.Dafür muss man Tore schießen. Zuhause. Geil, nech? Geil, einfach nur geil! Jaaa! Und jetzt gleichnoch einmal im DSF, das zweite Mal ein Bereicht zum Spiel… Jaaa, gibt´s mir, Duholde Reporterin. Sag´s noch einmal! „zum 2:1- Endstand“, hach, wie mir diese Worte der Reporteringefallen- sie hat es gesagt! Sie hat es wirklich gesagt, dann muß es wahr sein!St.Pauli hat zuhause gewonnen- da geht mir einer ab.Einfach nur gut, einfach geil. Singing: Lalalala….sing, kreisch, gröl…

Leute, dieser Text nimmt kein Ende mehr, ich muss dieses geile Gefühl hinausschreien, und kann es doch nur wechtippern, es ist so geil, so gut, endlich mal wieder, endlich! Yes, und ja! Jubel! Flenn. Was für eine Stimmungsschwankungen. 5 Minuten hoffen, 10 Minuten dran glauben, dann ungläubig sein, dann das Gegentor. Sich langsam mit dem Gedanken anfreunden, nächste Saisonhalt eine Liga tiefer zu spielen. Neben mir kreischt seit Mitte der erstenHalbzeit irgendjemand, der hackedickevoll ist, irgendwelche nicht verständlichen Ausdrücke, in einerirren Lautstärke, mit einer unglaublichen Stimmlage. Der kriegt gleich einenSchlaganfall, scherze ich mit den Umstehenden. Mein linkes Ohr ist tot. Er rotzt mich beimschreien laufend an, ziemlich nasses kreischen. „Huunnnnaaaaahhh““Uouuuahhhh!“ „Ehhaooouuuuaaaak!“. Was wohl passiert, wenn nun auch noch ein Tor fällt? Ich wünsche mir, dass St.Pauli kein Torschießt, um nicht endgültig vom kreischendem Typ mit literweise Rotzeüberschüttet zu werden. Ekliges, kreischendes Etwas. Scheiß Spiel. Wie immeran Heimspieltagen ein mieser Start ins Wochenende. Wieso musste St.Pauli auch sooft Freitagabend spielen? Sollen die doch Sonntags spielen, dann ist wenigstensnicht das ganze Wochenende versaut. Eisiges Schweigen. Überlegungen, ob man seiner Trauer freien Lauf lassen kann, wenn der Schiedsrichterendlich abpfeift. Man glaubt nicht mehr ans erste Heimtor, befinde mich langsam in eine Art Trancezustand. Mein Eis schmilzt immerweiter, während ich das hier schreibe. Es muss einfach raus. Wozu habe ich mireigentlich das Eis gemacht? Komm ja eh nicht zum essen. Sieht mittlerweile rechtmatschig aus.

Ich ertrage das Spiel nicht mehr. Ich sehe alles, aber nehme es gedanklich nicht mehr auf. Es geht an mir vorbei, wie ein Spielfilm. DieSpieler verlieren laufend den Ball. Das wird nichts mehr. Man ist fertig mit der Welt. Man mag nicht mehr anfeuern, man ist zu sehr mit sich selbst beschäftigt. Völlig abwesend. Stiller Konsument. Mir doch egal, was da grade passiert. Ich mag nicht mehr, alles istscheiße. Ich geh eine Wurst mampfen. Ein Bier trinken, ein Brezel essen. Treibe mich unter der Gegengeraden rum. Komme irgendwann wieder zurück auf meinen Platz. Bin nicht mehr im Trance. Nehme das Spiel aber trotzdem nicht mehr so richtig wahr. Denke an Zeiten, wo man noch „Niemand siegt am Millerntor“ sang. An Zeiten, wo es die Gästefans waren, die regelmäßig verloren. War für die aber sicher einfacher als für uns, weil die nur einmal pro Saison bei uns spielen mussten. Wirmussten uns dieses Gefühl alle zwei Wochen geben, immer schön am Freitagabend.
„Schönes Wochenende“, sagt mein Chef am Freitagnachmittag zumFeierabend immer. Alle zwei Wochen klang dieser Satz wie Hohn in meinen Ohren.Ich habe das Gefühl der ist irgendwie sadistisch veranlagt, es schien ihm Spaßzu machen, mir ein schönes Wochenende zu wünschen. Ich wusste schon vorher,wie schön es werden würde, jedenfalls, wenn St.Pauli mal wieder einFreitagsheimspiel hatte. Warum tut man sich das bloß immer wieder an?

Ein zu eins. Schön- aber das reicht nicht. Man schöpft aber wieder Hoffnung. Die Spieler, denen man kurz zuvor noch ein enttäuschtes „Wirwoll´n Euch kämpfen seh´n“ entgegenschrie. Nach langem schweigen daserste, was überhaupt geschrien wurde. Das letzte vor einer erneuten, langenSchweigepause. welches mit einer langen Stille vorher und danach untermalt wurde- hm, ichweiß nicht mehr, was ich schreibe. Mir aber auch egal. Naja, die Spielerzeigten nun, was sie uns zum wiederholten Male versprochen hatten. Sie fraßenGras. Der Platzwart wäre längst arbeitslos, wenn die ihre Versprechen schonvorher wahrgemacht hätten.

Ich genieße. Ich genieße das unglaubliche Gefühl, das geniale Gefühl eines Heimsieges. Selten hat manso etwas erlebt. Ein Sieg. Zuhause. Also ein Heimsieg. Ich buchstabiere: H e i ms i e g. Heimsieg. Es wurde folglich ein Tor geschossen. Das ist für einen Siegzwingend erforderlich. Ansonsten ist es Unentschieden oder Niederlage. Füreinen Sieg muss man ein Tor geschossen haben. Scheinen auch die Spieler gelerntzu haben. Sie schießen gleich zwei Tore. In einem Spiel. Gleich zwei.

Ich wünsch Euch ein schönes Wochenende! Endlich mal wieder. Endlich malwieder. Ich werde jetzt mein Eis trinken- und mich dann in die Federn legen. Einen guten Traum träumen. Mit dem Gefühl eines Heimsieges einschlummern. Ein sehr seltenes- aber auch ein sehr schönes Gefühl.
Audio-Pressekonferenz, Interview mit Klasnic (Audio,Text)

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